Was wir uns von den Bundesligaprofis für das Jahr 2018 wünschen

Stehenbleiben!

Wer am Boxing Day die Premier League geschaut hat, dürfte verwirrt sein: Fast nie lagen Spieler am Boden - selbst nach stärkeren Windböen blieben die Profis stehen. Weshalb wir uns fürs neue Jahr mal was von unseren Bundesligaspielern wünschen würden.

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Liebe Bundesligaprofis,

in diesen stillen Tagen zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel schleichen sich bekanntlich die ersten Wünsche an das neue Jahr ein. Nicht alle davon drehen sich um die großen Themen wie Trump, den Nahostkonflikt oder den Videobeweis. Manches wäre auch einfach zu lösen. Denn um die Welt zu einen besseren Ort zu machen, bedarf es oft nur einer Kleinigkeit. Weshalb an dieser Stelle zumeist ein Lächeln und ein freundliches Wort eingefordert wird. Aber nicht von Euch, liebe Bundesligaspieler. Ihr dürft gerne weiter mit leerem Blick und dicken Kopfhörern über den Lauschern durch die Gegend stiefeln. Und keine Angst, wir haben auch keine besonders Wünsche an Euch, oder genauer gesagt nur einen einzigen: KÖNNTET IHR ENDLICH MAL DAMIT AUFHÖREN, SO VIEL AUF DEM PLATZ HERUMZULIEGEN.

Das Elend fängt schon mit Eurer erbarmungswürdigen Fallsucht an, die dazu führt, dass ihr Euch inzwischen wahrscheinlich schon vom Flügelschlag eines Schmetterlings umgehauen fühlt. Mit Sicherheit aber von irgendeiner Form von körperlicher Berührung, die mit dem Verlust des Balles endet. Weil Ihr offensichtlich alle Messi seid, muss es ja auch ein Foul gewesen sein, wenn Euch jemand den Ball abnimmt. Damit das aber auch der letzte Depp im Stadion mitbekommt, unterstreicht ihr Euren Sturz durch einen Schrei, der Menschenrechtsorganisationen auf den Plan rufen könnte. Und dann schaut Ihr mit schmerzverzerrtem Gesicht zum Schiedsrichter, als gäbe es keinen Gott mehr auf dieser Welt.

»Da, es gibt einen Kontakt!«

Wenn einer dieser Unparteiischen überraschenderweise nicht pfeift, werden wir Zeugen oft einer legendentauglichen Spontanheilung, aufgrund derer man eigentlich sofort Pilgerreisen zu diesem Punkt des Rasens beginnen müsste. Oder wir erleben nun einen vollends schrecklichen Notfall, unterstrichen durch entschlossenstes Liegenbleiben und verzweifeltes Winken nach Rettung, weshalb Trottel auf den Rängen die sofortige Unterbrechung des Spiels und das Einfliegen von Rettungshubschraubern fordern. Schnell ist Pogromstimmung in der Bude, wenn die andere Mannschaft den Ball nicht ins Aus pöhlt. Steht das Spiel endlich still und wird die Not-OP vorbereitet, reicht meistens aber doch ein Schwamm in den Nacken – oder Eisspray.

Bei diesem Produkt handelt sich um ein unverzichtbares Requisit dieser Schmierenkomödie. Wahrscheinlich könnte man mit dem Jahresverbrauch von Eisspray in Deutschland das Abschmelzen der Pole stoppen. Während gesprayt und gesprayt wird, zeigen die Detektive vom Fernsehen achtmal die Wiederholung der Szene, die angeblich ein Foul war. Bis irgendein völlig gehirngewaschener Experte mit einer Begeisterung ruft, als sei er auf Außerirdische gestoßen: »Da, es gibt einen Kontakt!« Das wäre zu hoffen, denn Fußball ohne Kontakt geht nicht.

Wir erwarten kein Blut im Schuh

Damit wir uns nicht missverstehen, liebe Bundesligaspieler: Hier wird keine Orgie der Männlichkeit mit Blut im Schuh und so von Euch gefordert. Wir wollen Euch im neuen Jahr nur vor einer Fortsetzung dieser armseligen Verhöhnung Eures Berufsstandes bewahren und uns vor weiterem Fremdschämen. Schließlich geht es hier nicht um traurige Einzelfälle, sondern um ein Massenphänomen. Ist die Bundesliga doch zur Liga der fallenden, rollenden und jammernden Spielunterbrecher geworden. Falls ihr Euch übrigens nicht mehr erinnern könnt, wie Fußball ohne Rumgewälze geht, schaut in den nächsten Tagen einfach mal ein bisschen englischen Fußball. Dann werdet ihr sofort sehen: Es gibt einen aufrechten Fußball. In diesem Sinne: Stehenbleiben!

Eure Freundchen von
11FREUNDE

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