Was tun für den Klassenerhalt?

»Die Krokodile sind noch da. Wir nehmen Messer mit«

Platz 14: SC Freiburg

Was der Klub macht:
Kuscheln. »Wir brauchen kein Kurztrainingslager oder Teambuilding-Maßnahmen, wir sind ohnehin schon alle ganz eng beieinander«, säuselte Wieder-Torjäger Admir Mehmedi unlängst. Wie das dann aussieht, das Eng-Beieinandersein, wissen wir leider nicht genau. Aber wir haben mal gelesen, dass eine Umarmung, die länger als 20 Sekunden dauert, eine therapeutische Wirkung auf Körper und Geist hat. Verantwortlich dafür ist das Hormon »Oxytocin«, das dann vermehrt ausgeschüttet wird und einem dabei hilft, sich zu entspannen und sicher zu fühlen. Und das sind ja schonmal gute Vorraussetzungen.

Was der Klub machen sollte:
Einfach so weiter. Keiner der abstiegsbedrohten Klubs ist derart erfahren im Umgang mit dieser Ausnahmesituation wie der SCF, der ja quasi traditionell jedes Jahr als sicherer Abstiegskandidat gehandelt wird. Und ebenfalls traditionell sind mittlerweile die Rettungen auf der Zielgerade, die die Breisgauer Jahr für Jahr dann doch hinlegen. Also: cool bleiben, weitermachen, drinbleiben.

Was passieren wird:
Christian Streich wird 90 Minuten lang an der Seitenlinie stehen und sämtliche der Menscheit bekannte Grimassen und Verrenkungen vorführen, nur um seinen Spielern dann nach Schlusspfiff vor Freude weinend in die Arme zu fallen. Große Gefühle im Breisgau und ein weiteres Jahr Streichsche Verschwörungstheorien für die Liga. Juhu.

Platz 13: Hertha BSC

Was der Klub macht:
Reine Poesie. Im Interview mit der »B.Z.« gab Trainer Pal Dardai so wunderschöne Sätze von sich wie: »Ich bin reingeworfen worden ins tiefe Wasser. Und am letzten Spieltag sind die Krokodile noch da. Wir nehmen Messer und alles mit.«, oder auch » Ich rechne immer damit, frage mich, wo liegt der Teufel? Wo liegt der Teufel, wenn etwas schiefgeht?« Tja, wissen wir auch nicht, wo der Teufel liegt oder warum die Krokodile noch da sind. Klingt aber ziemlich cool, wie eine Mischung aus »Indiana Jones« und »Der Exorzist«. Also: Samstag Kinoabend bei uns, wir besorgen die Filme, ihr bringt Popcorn mit.

Was der Klub machen sollte:
Endlich mal seine Chancen verwerten. Gegen die Eintracht am vergangenen Samstag versiebten die »blinden Stürmer« (O-Ton Thomas Kraft) die Gelegenheit, den Klassenerhalt endlich einzutüten. Aber wer lieber arrogante Fantasie-Lupfer probiert oder den Ball aus fünf Metern neben das Tor setzt, darf sich nicht beschweren, wenn noch gezittert werden muss. Andererseits: Als graumäusigster aller europäischen Hauptstadtklubs muss man seinen Fans auch ab und an ein wenig Spannung bieten. Und das hat ja immerhin geklappt.

Was passieren wird:
Nichts. Kann auch gar nicht, schließlich hat die Stadt Berlin, sollte die Hertha tatsächlich noch auf den Relegationsrang rutschen, ein Problem: Innerhalb von zehn Tagen wären drei Endspiele im Olympiastadion auszutragen, die Relegation, das DFB-Pokalfinale und das Finale der Champions League. Und wer mit der Berliner Arbeitsmoral vertraut ist, die sich zum Beispiel am Bau des BER-Flughafens, auf dem Amt oder auch alltäglich in der S-Bahn zeigt, der weiß: das wird das pure Chaos.