Was Stuttgart heute gegen den HSV besser machen muss

Konterabsicherung stärken

3. Konterabsicherung stärken
Das Vorrücken der Innenverteidiger soll eigentlich nicht nur im Spielaufbau helfen, sondern auch bei der Absicherung gegnerischer Konter. Der VfB rückt mit seinen Spielern zwar weit vor, schafft damit aber auch Überzahlen in Ballnähe. Nach Ballverlusten können sie aggressiv nachsetzen, die meisten gegnerischen Angriffe ersticken sie im Keim. In dieser Saison fingen sie kaum Gegentreffer nach Kontern.

Gegen den HSV fehlte ihrer Konterabsicherung jedoch die Wucht. Gerade nach der Pause rückten die Mittelfeldspieler zu weit auf, das Mittelfeld war unterbesetzt. Der HSV bestrafte dies. Vor allem über die Flügel hatten Bakary Jatta und Sonny Kittel zu viel Raum. Hier wird Stuttgart etwas tiefer stehen müssen, um Konter besser verteidigen zu können.

4. Auf Rückkehrer hoffen
Nach der Pause gab es jedoch auch eine Phase, in der Stuttgart das Spielgeschehen in die gegnerische Hälfte verlagerte. Mit langen Diagonalbällen auf die Flügel zogen sie Hamburgs Abwehr auseinander, mit schnellen Pässen in die Schnittstellen stießen sie an die Grundlinie vor.

In dieser Hinsicht könnte die Rückkehr von Holger Badstuber eine gute Nachricht sein. In der Liga fehlte er noch gesperrt, im Pokal ist er jedoch einsatzberechtigt. Lange Flugbälle sind seine Stärke. Er könnte mit diesen Bällen helfen, das passive System des Hamburger SV zu knacken.

5. Fehler abstellen
In dieser gesamten Rechnung gibt es eine große Unbekannte: den HSV. Wird Dieter Hecking auf dieselbe Taktik setzen wie in der Liga? Er deutete an, selbst an einigen Stellen rotieren zu wollen. Ein offensiveres System ist genauso möglich wie eine ähnliche Taktik wie im Liga-Spiel.

Egal, wie der HSV auftritt: Wichtigster Erfolgsfaktor für den VfB muss sein, die Fehler aus dem Liga-Spiel abzustellen. Die ersten drei Treffer schenkte sich der VfB praktisch selber ein, Innenverteidiger Maxime Awoudja erwischte einen rabenschwarzen Tag. Walters Fußball ist durch das Vorrücken der Innenverteidiger riskant genug. Zusätzliche unerzwungene Fehler machen dem Team das Leben schwer.

Man stelle sich nur vor, Stuttgart hätte am Wochenende zur Pause nicht 1:3 hinten gelegen. Die Sturm-und-Drang-Phase nach der Pause hätte eine andere Wucht entfaltet. Daran dürfte Walter seine Spieler vor der Partie erinnern.