Was passiert beim FIFA-Kongress?

Giann Solo

Heute findet in Moskau das jährliche Treffen des FIFA-Kongresses statt, bei dem u.a. die WM 2026 vergeben wird. Während Gianni Infantino an seiner Macht festhält, tobt im Hintergrund der Kampf um Stimmen.

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Was ist der FIFA-Kongress?



Der Kongress gilt als das höchste Entscheidungsorgan im Weltfußball. Trat man früher alle zwei Jahre zusammen, treffen sich die Vertreter der 211 Mitgliedsstaaten seit 1998 jährlich. 

Bei jedem Treffen stehen Standards wie das Absegnen des jährlichen Berichts oder die Genehmigung des Protokolls des letzten Treffens auf der Tagesordnung. Eben ganz so, wie man es vom örtlichen Kanickelzüchterverein kennt. Weiterhin bestimmt der FIFA-Kongress über die Aufnahme, Suspendierung oder den Ausschluss eines Mitgliedsverbandes. Auch die Wahl eines neuen FIFA-Präsidenten oder die Vergabe der WM wird hier entschieden. 



Worüber wird heute gesprochen?

Es wird über die Vergabe der Weltmeisterschaft 2026 abgestimmt. Zugelassen wurden die Bewerbung von Marokko, die bereits zum dritten Mal seit 2006 antreten und die gemeinsame Kandidatur von Mexiko, Kanada und der USA. Alle Mitgliedsverbände sind stimmberechtigt.

Darüber hinaus gibt es noch einen Antrag des Verbands aus Palästina, der eine Änderung von Artikel 3 der FIFA-Statuen fordert. In besagtem Artikel geht es um den Ehrenpräsidenten der FIFA, sowie der Ehrenmitgliedschaft eines Verbands. Welche Änderung genau besprochen wird, ist nicht bekannt.

Ursprünglich sollte auch darüber entschieden werden, ob bereits die WM 2022 in Katar mit 48 Nationen bestückt wird. Der erste Schritt hierzu war eine von den Verbänden aus Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela gemeinsam angefragte Machbarkeitsstudie zur Aufstockung. Die wurde jedoch fürs Erste verschoben.



Wer bekommt die WM? 


Da die WM 2026 das erste Turnier mit 48 teilnehmenden Nationen wird, gilt die gemeinsame Bewerbung der drei amerikanischen Nachbarn auf Grund der besseren Infrastruktur als Favorit. 



Marokko hat eine Außenseiterchance. Die wurde über die letzten Monate, Donald Trump sei Dank, jedoch immer größer. Denn der us-amerikanische Präsident hat sich, spätestens seit seiner »shithole country«-Aussage, weltweit eine Menge Feinde gemacht. Allein wenn Afrika geschlossen hinter Marokko steht, ist die zu erreichende einfache Mehrheit nicht mehr allzu weit weg. Trump drohte bereits den eventuellen Marokko-Unterstützern. Sollten sie sich gegen die USA, Kanada und Mexiko entscheiden, will Trump den entsprechenden Nationen Hilfe bei der UN verweigern. 



Durch die dritte Option »Keiner von Beiden«, kann es auch zu einer Vertagung kommen.
Die USA und Co. könnten am Ende die Nase vorn haben, auch weil sie Infantino auf ihrer Seite wissen. Rein technisch wäre das eine nachvollziehbare Entscheidung.