Was nach Liverpools Einwurftrainer noch kommen muss

Auf die Weite kommt es an

Jürgen Klopp verpflichtet den ersten Einwurf-Trainer der Premier-League. Welche Spezial-Trainer es bald noch so geben könnte, lest ihr hier.

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Der FC Liverpool hat Thomas Gronnemark in sein Trainerteam aufgenommen. Der Däne soll die Einwürfe der Mannschaft verbessern. Das hat Gronnemark schon für die Hertha, Schalke und den dänischen Klub FC Midtjylland gemacht. Wundert aber auch niemanden, immerhin ist er Weltrekordhalter, was den weitesten Einwurf (51,33m) angeht.

Beim Einwerfen geht es dem ehemaligen Sprinter (mehrfacher Dänischer Meister im 200-Meterlauf) nicht nur um die Weite, sondern auch um Präzision und den taktischen Einsatz. Ob als Flanken-Ersatz oder Mittel zum Raumgewinn. Dazu kommt die Verteidigung gegnerischer Einwürfe, die ab jetzt in Liverpool gezielt trainiert werden.

Der Beruf des Einwurftrainers ist neu und ob er sich durchsetzt, wie es der Torwarttrainer einst tat, bleibt abzuwarten. Thomas Gronnemark ist sich sehr sicher, dass Einwürfe bald wichtiger sind als Freistöße. Mit derartigen Thesen wirbt er auf seinem Youtube-Kanal, auf dem er auch regelmäßig Einwürfe seiner ehemaligen Schützlinge präsentiert.

Doch wieso beim Perfektionieren von Einwürfen aufhören? Hier, unsere Vorschläge für neue »Spezial-Trainer«.

Trash-Talk-Trainer

Guter Trash-Talk will gelernt sein. Den Gegner provozieren kann jeder. Ihn rhetorisch an den Rand des Wahnsinns und zu schwerwiegenden Fehlern zu treiben, ist dagegen gar nicht so leicht. Im Basketball ist der Trash-Talk schon längst zur Kunstform erhoben, im Fußball ist er noch erschreckend unterentwickelt. Doch auch im Basketball hat sich noch kein Coach auf das Trainieren solchen Verhaltens spezialisiert. Man stelle sich den perfekten Verteidiger vor. Unangefochten in der Luft und unüberwindbar im Dribbling. Doch ein paar kleine Worte über die Social-Media-Aktivität seiner Freundin reichen, um ihn aus der Fassung zu bringen. Wir warten auf »deine Mutter«-Lehrgänge, Gegner-Analysen auf Instagram und Stimmtraining mit Paul Potts.

Zeitspiel-Trainer

Zugegeben. Fast alle Spieler dürften die Grundlagen des Zeitspiels verinnerlicht haben. Wie sonst ist zu erklären, dass Neymar während der WM2018 fast eine ganze Halbzeit liegend verbracht hat. Doch auch beim Zeitspiel gibt es einige Spieler, die einfach besser und kreativer sind als andere. Marko Pantelic zum Beispiel. Der schaffte es schon damals, aus einer Auswechslung alles herauszuholen, was geht. Inklusive Verbeugungen aller Art, Verhöhnung des Schiedsrichters und einem Dank an die Fans. Definitiv Trainer-Material.

Jubel-Trainer

Seit Roger Milla gehört zu jedem großartigen Tor ein ebenso großartiger Jubel. Und manche Spieler sind im Jubeln einfach besser als andere. Damit Unfälle wie bei Nicolai Müller und Geschmacklosigkeiten wie bei Anthony Ujah nicht mehr vorkommen, muss ein Trainer her, der den Jungs zeigt, wie man richtig landet oder mit tierischen Maskottchen umgeht. Niemand möchte noch einmal sehen, wie ein Kölner Stürmer dem Geißbock Hennes die Hörner lang zieht.

Fahrlehrer

Bundesliga-Spieler werden immer jünger und verdienen immer mehr Geld. Wer hat da noch Zeit zwischen Abitur- und Bundesligastress auch noch den Führerschein zu machen. Die Vereine brauchen ihre eigenen Fahrlehrer, speziell auf die Bedürfnisse zukünftiger Top-Stars zugeschnitten. Da lernt man das Einparken gleich mit einem Audi R8 und macht die Gefahrenbremsung in einem Lambo. Marko Reus und Donis Avdijaj wären dankbar gewesen.