Was macht Man United so stark?

Bastiaaaan und Dr. Dre

Van Gaal, Schweinsteiger und ein Sicherheitsmann sind Spitzenreiter. Auch dank eines teuren Teenagers. Wichtige Fragen und Antworten vor dem Spiel gegen Wolfsburg.

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Wie ist die Stimmungslage bei Manchester United?

Exzellent. Erstmals seit dem 17. August 2013 ist United wieder Tabellenführer in der englischen Premier League. Allerdings hatte die letztmalige Spitzenposition nicht allzu viel Aussagekraft, da sie am ersten Spieltag und zudem unter David Moyes errungen wurde. Nun steht United nach sieben Partien auf Platz eins und hat von 21 möglichen Punkten stattliche 16 geholt.

Trainer Louis van Gaal animierte der jüngste Sieg gleich zu einem dicken Lob – für den Sicherheitsmann im Stadion. »Ich habe ihm gesagt, dass er nun der Sicherheitsmann des Spitzenreiters ist. Das macht einen großen Unterschied, auch für ihn. Er ist stolz und ich bin es auch.« Der Klub scheint einfach auf wirklich jeder Position ausgezeichnet besetzt.

Wie schlägt sich Bastian Schweinsteiger?

Zuletzt drehte sich in England viel um das Thema Schweinsteiger, doch an dieser Stelle soll es nicht um Politik, sondern ausschließlich um sportliche Belange gehen. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft spielte bisher in der Liga und Champions League nur drei Mal über die vollen neunzig Minuten, unter anderem bei den Niederlagen gegen Swansea und Eindhoven.

Seine Passgenauigkeit liegt bei 87 Prozent, doch ihm fehlt noch der Zug zum Tor. Im Prestigeduell gegen Liverpool überzeugte er als Taktgeber in Uniteds Mittelfeld. Gegen Tottenham, Aston Villa und Brügge kam er von der Bank und gab dem Team in den verbleibenden Minuten Halt. Wohl mit diesen Auftritten verdiente er sich den teaminternen Spitznamen »Mr. Calm«.

»Ich will versuchen, die jungen Spieler zu führen«, sagte Schweinsteiger unlängst dem Klubmagazin. Die Fans beeindruckte er vor allem durch sein Auftreten auf dem Platz. »Er gibt die Kommandos und wirkt, als wäre er schon Jahre hier«, fasst es ein User im Fanforum »Redcafe« zusammen. Und wenn Engländer einen Song für einen Deutschen singen, zumal in dessen Heimatsprache, dann ist der Gipfel der Zuneigung eigentlich schon erreicht: Deutscher Fußball-Meister, Bastiaaan! Das ist eigentlich nur dann steigerbar, wenn die Fans sich gesangstechnisch an Bastiaaaans Nachnamen herantrauen.

Wie geht es Louis van Gaal?

Der Niederländer erlebte beim Sieg über Southampton einen ersten Saisonhöhepunkt. Zum einen kostet van Gaal Erfolge gegen seinen Intimfeind Ronald Koeman besonders gerne aus, zum anderen erfreute ihn das Tor zum 3:1 durch Juan Mata. Der Abschluss des Spaniers war weniger spektakulär, wohl aber die Genese des Treffers: 44 Mal passten sich Uniteds Spieler den Ball ohne Fremdeinwirkung des Gegners zu, bevor sie den Abschluss suchten. Für Ballbesitzfetischisten war es so etwas wie ein »feuchter Traum«, weshalb van Gaal folgerichtig jubilierte: »Fantastisch, unglaublich.«