Was macht Jerome Boateng so stark?

Weltfußballer des Jahres?

Gemeint sind seine 40-, 50- oder 70-Meter-Pässe, die oft punktgenau ihren Adressaten finden und eine fantastische Angriffsauslösung darstellen. Andererseits ist Boateng in der Defensive kaum überwindbar. Es ist seine Mischung aus Stellungs- und Bewegungsspiel, die Boateng so wertvoll macht.

Dabei hilft ihm seine bei einem Spieler so seltene Paarung aus Ästhetik und Athletik. Er kann Bälle elegant ablaufen, aber zur Not auch mit großer Wucht klären.

Ist Boateng besser als Messi oder Ronaldo?

Seine Münchner Jahre unter Pep Guardiola haben ihn reifen lassen. Sein Spiel ist überlegter geworden, beherrschter und deshalb auch gefragter. Inzwischen trauen ihm gerade auch die internationalen Journalisten zu, zum Weltfußballer des Jahres gewählt zu werden. Das ist jener Titel, den seit einer gefühlten Ewigkeit Cristiano Ronaldo und Messi untereinander ausmachen.

»Die Offensivspieler haben die schönen Aktionen und die Tore«, sagt Boateng. Und das werde so bleiben, dass die im Fokus stehen, die die Tore machen und nicht die, die sie verhindern. »Ich habe kein Problem damit.«

Nur einmal konnte ein Abwehrspieler die Wahl gewinnen. Es war Fabio Cannavaro, Italiener, Kapitän der Weltmeistermannschaft von 2006. Damals hatten die Italiener den Gastgeber im Halbfinale bezwungen. Boateng spielte damals noch in der zweiten Mannschaft von Hertha BSC.

»Ich glaube, es wird ein großes Spiel«

Inzwischen haben auch die Deutschen ihren vierten WM-Titel errungen, mit einem grandiosen Boateng. Am Samstag kommt es im EM-Viertelfinale zum ersehnten Duell. »Ich glaube, es wird ein großes Spiel«, sagt Boateng.

Das Hymnensingen könnten übrigens gern die Italiener unter Leitung ihres Kapitäns Buffon gewinnen. Für den Rest haben die Deutschen Boateng.