Was macht eigentlich: Marko Rehmer?

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Als Spieler war Marko Rehmer schneller als alle anderen. Nach der Karriere hat der Berliner eine außergewöhnliche neue Betätigung gefunden. 

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1998 ist erst 19 Jahre her, in der Zeitrechnung des Fußballs scheint es allerdings ganze Jahrhunderte entfernt zu sein. Der 1. FC Kaiserslautern war Deutscher Meister, Berti Vogts Nationaltrainer, und die Nationalelf gewann ein dröges Spiel gegen Malta mit 2:1 durch einen Treffer von Stephan Paßlack und ein Eigentor eines gewissen Darren Debono. Vor genau 8109 Zuschauern. Das klingt nach zäher Fußballarbeit, für einen aber dürfte dieses Spiel ein Highlight gewesen sein: Marko Rehmer. Gegen die Malterser gab Rehmer sein Nationalelfdebüt und galt direkt, wie die »FAZ« festhielt, als »bester deutscher Feldspieler in einem desolaten Team.«

Rehmer kickte 17 Jahre bei Union Berlin, den Durchbruch schaffte er bei Hansa Rostock, wo er zum Leistungsträger und nach zwei Jahren schließlich von der Hertha abgeworben wurde. Insgesamt machte Rehmer 225 Bundesligaspiele, für Hertha verteidigte er außerdem vier Mal in der Champions League, unter anderem gegen Luis Figo und Patrick Kluivert vom FC Barcelona. Hinzu kommen 36 Länderspiele und vier Tore. 

»Nee, ick spiel Fußball«

Rehmers größte Stärke auf dem Platz war seine unglaubliche Schnelligkeit, ohne die ihm möglicherweise nur eine etwas kleinere Karriere vergönnt gewesen wäre. 2001 wurde Rehmer bei der Nationalmannschaft mal mit 3,72 Sekunden auf 30 Meter gestoppt, was damals Rekord war und es heute möglicherweise immer noch ist. Schon in der Jugend wollten ihm die Leichtathleten den Fußball abspenstig machen. »Nee, ick spiel Fußball«, war Rehmers Antwort. Nicht die schlechteste Entscheidung. 

Seine Zeit bei der Hertha endete 2005, auch weil Rehmer ohne Absprache mit dem Mannschaftsarzt ein verbotenes Schmerzmittel einnahm. Rehmer akzeptierte eine hohe Geldstrafe, um eine fristlose Entlassung zu vermeiden, gehörte anschließend aber nicht mehr zum Stammpersonal. Zwei Jahre kickte Rehmer noch für Eintracht Frankfurt, mit denen er 2006 im Pokalfinale stand, bevor er die Schuhe an den Nagel hängte. Und heute?