Was macht eigentlich: Fabien Barthez

Tausche Gehäuse gegen Porsche, Ferrari und Ligier

»Ich gehe ohne Bedauern und Bitternis. Dazu habe ich kein Recht. Denn ich war immer privilegiert«, sagte Barthez später und verließ sich für seinen weiteren Weg auf sein Schicksal: »Ich folge meinen Instinkten und sehe dann, wohin das Leben mich treibt.« Es ist kein Zufall, dass die Instinkte den Heißsporn nicht zum Hochseeangeln oder Tretbootfahren führten. Stattdessen ist Barthez heute Rennfahrer. 

Barthez wollte »weiterhin Spaß haben. Aber ohne Fußball.« Er fand ihn auf dem Asphalt, zwischen Gummipartikeln und knatternden Motoren, den Benzingeruch ständig in der Nase: »Motorsport hat mich schon immer fasziniert. Ich wollte wissen, was das für ein Gefühl ist. Und du kannst auch mit 35 Jahren noch durchstarten.«

Porsche, Ferrari und Ligier

2008 erfuhr er dieses Gefühl erstmals, als er beim französischen Porsche Carrera Cup startete. Über weitere nationale Rennserien landete er bei der französischen GT-Serie und gewann dort 2013 die Meisterschaft in einem Ferrari F458. Im gleichen Wagen startete Barthez ein halbes Jahr später erstmals beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans, damals noch in der Amateur-Klasse.

Mittlerweile fährt er unter eigener Flagge. Mit dem ehemaligen Formel-1-Fahrer Olivier Panis hat der 45-Jährige das Team Panis-Barthez-Competition gegründet. Im Ligier JSP2 fährt er in der LMP2-Klasse der ELMS. Was sich für Laien wie eine Buchstabensuppe liest, ist eine angesehene, europaweite Langstreckenserie, die als kleine Schwester des 24-Stunden-Rennens von Le Mans gilt. Barthez teilt sich mit zwei jungen Fahrerkollegen das Cockpit des Prototyps, Panis leitet aus der Box die Geschicke des Teams. 

Der Teamgeist ist geblieben

Nur fünf Monate nach dem offiziellen Startschuss des Teams durfte PBC schon beim Königsrennen an den Start gehen. Das berühmteste Rennen der Welt in Le Mans beendeten Barthez und Co. auf einem zwölften Platz im Gesamtklassement. In der eigenen Klasse wurden sie Achter. Ein überragendes Ergebnis für den Newcomer. Auch in der ELMS liegt das Team vor dem Saisonfinale in Estoril auf einem guten achten von insgesamt 16 Rängen.

»Das Team hat absolute Priorität. Ohne die Ingenieure, die anderen Piloten, ist man gar nichts«, ist Barthez dabei Mannschaftssportler geblieben. Der Ehrgeiz hat sich allerdings verschoben. Nicht der Sieg ist das Wichtigste, sondern »das Leben zu genießen und gute Stimmung im Team zu haben.« 

Anstatt der Glatze glänzt nun der Helm im Sonnenlicht. Mit der gleichen Waghalsigkeit, mit der er einst durch seinen Strafraum segelte, steuert Barthez nun seinen Boliden durch die Kurven. Ohne Nervenkitzel und Gefahr geht es nicht. Der Erfolg gibt ihm Recht.