Was macht Christopher Schorch?

Applaus von beiden Seiten

Christopher Schorch wurde zu Beginn dieser Saison als Duisburger Abwehrverstärkung geholt und Trainer Gino Lettieri hält große Stücke auf ihn: »Er ist ein sehr positiver Typ, der immer gute Laune hat. Der zweikampfstark und sehr willig ist. Er zerreißt sich förmlich in jeder Trainingseinheit und jedem Spiel«, sagt der 47-Jährige. Christopher Schorch hat sich, so wirkt es, vom jugendlichen Höhenflieger, der bei Hertha vielleicht zu viel auf sich hielt, zu einem echten Kumpeltyp entwickelt.

Er sei kein Einzelgänger, erzählt sein Trainer, sondern jemand, der immer nah an seiner Mannschaft ist – auf und neben dem Platz. Aber warum sitzt Schorch dann trotzdem nur auf der Bank? Der Schweizer Lettieri begründet das so: »Schorchi hat richtig gut angefangen. Das Problem war dann, dass er sich gegen Fortuna Köln die Rote Karte geholt hat und dadurch gesperrt war. In den Folgespielen hatten wir einen richtig starken Lauf, da wechselt man als Trainer nicht unbedingt wieder aus.«

»Die schönsten Fußballerjahre sind von 26 bis 28«

Die Frage, die sich aufdrängt ist trotzdem: Müsste ein Fußballer nicht erkennen, dass sein Körper vielleicht gar nicht zum Fußballspielen geeignet ist, wenn  er sich immer dann, wenn er gerade in Topform ist, wieder und wieder verletzt? Diese Frage scheint sich Schorch allerdings nicht zu stellen, denn schließlich war es diesmal keine Verletzung , sondern eine Sperre, die ihn aus dem Tritt brachte. Das ist etwas, was er verhindern kann, das Einzige, von dem er hofft, dass es ihm zukünftig noch die Tour vermasseln könnte.

»Ich hoffe, dass ich jetzt alles an schweren Verletzungen hinter mir habe und vielleicht zwei, drei Jahre länger spielen kann«, sagt er. Schorch will noch einmal »so hoch wie möglich Fußball spielen«, setzt sich dabei aber nicht unter Druck, sondern sagt: »Ich denke von Woche zu Woche, von Training zu Training.« Er habe jetzt genug Verletzungen für den Rest seiner Karriere gesammelt, sodass die schönsten Fußballerjahre, die ja eh »von 26 bis 28« seien, ruhig kommen könnten.

An seine Zeit in Madrid denkt der Innenverteidiger, dessen Marktwert in den letzten vier Jahren von 2 Millionen auf 200.000 Euro fiel, gerne, aber nicht wehmütig zurück: »Das steht jetzt in meiner Vita, das hat nicht jeder. Ich hab's erlebt, ich hab's geträumt. Von daher ist so, wie es gekommen ist, alles super. Ich kann wieder spielen, ich habe Spaß am Fußball. Ich habe eine tolle Frau, was will man mehr?«