Was ist eigentlich die Afrikanische Nationenmeisterschaft?

Wie Marokko, Äquatorialguinea und Samuel Eto'os Bruder abschneiden

Der Titelverteidiger. 2016 gewann die Demokratische Republik Kongo das Turnier in Ruanda. Im Finale besiegte man nach überzeugender Leistung und 90 Minuten Vuvuzela-Lärm das Team aus Mali mit 3:0. Die DR Kongo ist auch »ewiger« Rekordsieger, gewann nämlich auch schon die Erstauflage. In den Folgejahren siegten Tunesien und Libyen. Beim diesjährigen CHAN fehlt der Titelverteidiger allerdings: In der Qualifikation zog man gegen die Republik Kongo, auch bekannt als Kongo-Brazzaville, den Kürzeren.

Der Turnierverlauf. Das Turnier steht schon in seinen Endzügen, Vorrunde und Viertelfinale sind gespielt. Die großen Namen Elfenbeinküste und Kamerun flogen jeweils mit nur einem Punkt als Tabellenletzte ihrer Gruppen aus dem Wettbewerb. Kameruns Coach Rigobert Song, glücklicherweise wieder genesen nach einem lebensgefährlichen Gehirnaneurysma, konnte aus 23 Spielern von 16 verschiedenen Vereinen wählen, darunter auch David Pierre Eto’o, Bruder eines gewissen Samuel Eto’o.

In der Vorrunde verabschiedeten sich unter anderem auch die Auswahl Guineas – im Kader sage und schreibe neun Kicker mit dem Familiennamen Camara – und Ruanda, der flächenkleinste Teilnehmerstaat. Ruanda wird trainiert vom Deutschen Antoine Hey und qualifizierte sich erst als Nachrücker für Kenia.

Die Underdogs. Keinen Erfolg erzielen konnten die Fußballzwerge Äquatorialguinea und Mauretanien. Letztere Auswahl ist auch nach der zweiten CHAN-Teilnahme noch immer ohne jeden Punkt. Äquatorialguinea war erst nach dem Rückzug Gabuns ins Teilnehmerfeld gerutscht und erstmals überhaupt dabei.

Besser machte es hingegen der zweite Neuling Namibia. Recht souverän zog die Mannschaft ins Viertelfinale ein, wo dann aber Gastgeber Marokko Endstation sein sollte.

Das Halbfinale. Heute Abend stehen die Halbfinalpartien an. Marokko tritt mit zwölf Profis der Top-Vereine Wydad und Raja Casablanca an und weiß den Top-Scorer des Turniers, Ayoub El Kaabi, in seinen Reihen. Gegner Libyen hingegen war das höchstgesetzte Team der Gruppenauslosung, obwohl die Elf aufgrund der prekären Sicherheitslage im Land seit 2013 kein Heimspiel mehr bestritten hat.

In der anderen Begegnung des Abends treffen Gegensätze auf einander. Der Sudan spielt mit einer Auswahl, die dem tatsächlichen Nationalkader sehr nahe kommt, da viele der besten Spieler des Landes auch dort aktiv sind. Bei Nigeria das genaue Gegenteil: Nur wenige der Spieler hätten regulär wohl die Chance in der Nationalelf zu spielen. Selbst Coach Salisu Yusuf ist eigentlich bloß Assistenztrainer.

Das Finale. Sonntag, 19 Uhr Ortszeit, im Stade Mohammed V in Casablanca.