Was ist eigentlich die Afrikanische Nationenmeisterschaft?

Afrika-Cup light

Heute Abend ist Halbfinalzeit in der 5. Afrikanischen Nationenmeisterschaft. Achtung: Das ist nicht der Afrika-Cup! Alles Wissenswerte über ein Turnier, in dem nur Spieler aus afrikanischen Ligen teilnehmen - und das gerade deshalb voller Überraschungen steckt.

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Das Turnier. Der Wettbewerb nennt sich »Championat d’Afrique des Nations«, kurz CHAN, und findet seit 2009 in – mittlerweile – geraden Jahren statt. Besonderheit: Im Gegensatz zum weitaus bekannteren Afrika-Cup sind nur solche Spieler teilnahmeberechtigt, die in den Ligen ihres jeweiligen Heimatlandes spielen – Afrikas Top-Stars fehlen also ausnahmslos. Von der FIFA werden die Spiele lediglich als Freundschaftsspiele gewertet, auf dem Kontinent selbst steigt aber zunehmend die Popularität des Wettbewerbs. Und sogar Google produzierte ein eigenes »Doodle« zum Eröffnungsspiel:

Screenshot: Google Doodle-Archiv

Der Modus. Bei der ersten Austragung lediglich mit acht Teams besetzt, treten seit 2011 doppelt so viele an. In vier Gruppen wurden die Viertelfinalpaarungen ausgespielt, das Turnier läuft bereits seit dem 13. Januar. Die Qualifikation erfolgte in sechs Zonen in K.O.-Runden, die Sieger der jeweils letzten Partien fahren zur Endrunde.

Das Gastgeberland. Die diesjährige Auflage findet in Marokko statt, genauer in Casablanca, Marrakesch, Tanger und Agadir. Eigentlich war Kenia vorgesehen, im September befand der afrikanische Fußballverband »CAF« allerdings, dass die Vorbereitungen im Land nicht ausreichend zeitig vorangehen. Bei einer Neuausschreibung des Turniers im Eilverfahren erhielt Marokko den Vorzug vor Äthiopien und Äquatorialguinea.

Für den Gastgeber ist es das erste Kontinentalturnier im Land seit 1988, nachdem 2015 die Ausrichtung des Afrika-Cups aufgrund der Ebola-Epidemie zurückgezogen wurde. Kenia scheiterte wie schon 1996 an der Austragung eines afrikanischen Fußballwettbewerbs.