Was Hertha so stark macht

»Yippie yaya, yippie, yippie, yeah!«

Hertha BSC ist die Mannschaft der Stunde. Ihr Erfolgsrezept ist einfach: Sie spielen Fußball für Handwerker.

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Um es vor dem Spitzenspiel der Bundesliga zwischen dem Ersten und dem Zweiten, zwischen Bayern und Hertha, erst einmal zu sagen, wie es ist: »Yippie yaya, yippie, yippie, yeah!« 

Was das soll? 

Nun ja, man versteht dieses Spiel nur dann richtig, wenn man sich mit dem Aufstieg des Baumarktes als Ort eines ganz speziellen Irrsinns beschäftigt. Früher kaufte man dort einfach nur Farbe und Nägel, Sägen und Hämmer. Wenn man der Werbung glaubt, und das sollte man in diesem Fall, sind Baumärkte inzwischen aber der Ausgangspunkt für ganz und gar Großes, projekthaft Ungeheuerliches. In immer surrealistischeren Kampagnen geht es im Kern nämlich inzwischen darum, dass Männer (und fast immer sind es Männer) nur dann ganz bei sich sind, wenn man ihnen einen Bohrer, Schwingschleifer oder zumindest Pinsel in die Hand drückt. Dann können sie die Zumutungen der modernen Welt hinter sich lassen und ganz archaisch Dreck und Krach machen. Vor allem aber ohne Ende wegschaffen. Zu tun gibt es bekanntlich immer was.

Nun soll hier nicht schon wieder auf Herthas Werbekampagne rumgetrampelt werden, in der es darum geht, dass Hertha BSC in der Start-up-City Berlin als das »Berliner Start-up seit 1892« verkooft wird. Mit einem Slogan in English natürlich: »We try. We fail. We win.« Ist nicht so richtig jut angekommen bei den Herthanern. Aber vielleicht wären die Leute, die sich das ausgedacht haben, vorher mal besser mit Pal Dardai in den Steglitzer Bierpinsel gegangen, hätten ein Tokaier mit ihm getrunken und sich angehört, was er zu erzählen hat.