Was hat Guardiola bei City geändert?

Die Schlüsselspieler

Diese Werte befinden sich allerdings weit hinter den Werten, die Barca und Bayern unter Guardiola erzielten. Dort hatten seine Teams regelmäßig 70% Ballbesitz und mehr. Man sieht in den ersten Wochen einen kleinen Stilwandel unter Guardiola: Konter werden riskanter ausgespielt, nach Ballgewinnen sprinten mehr Spieler nach vorne.

Passt Guardiola sich an das schnelle Konterspiel an? Für eine Antwort auf diese Frage ist es noch zu früh – auch seine Bayern agierten in den ersten Monaten anders als in der Schlussphase unter Guardiola.

Die Schlüsselspieler: Gündogan und de Bruyne

Dennoch deutet sich auch in anderen Bereichen an, dass Guardiola einiges anders macht als bei seinen Ex-Vereinen. In Barcelona soll Guardiola einst gesagt haben, seine Arbeit sei einfach: Er müsse einfach dafür sorgen, dass Lionel Messi, Andres Iniesta oder Xavi Platz im Zentrum haben. Den Rest erledigen die Spieler.

In München war das taktische System darauf ausgerichtet, Freiräume für die Außenstürmer zu kreieren. Die Wirbelwinde Arjen Robben, Franck Ribery und Douglas Costa sollten Platz für Dribblings und Flanken erhalten.

In Manchester findet sich Guardiolas starke Achse zwischen Mitte und Außen. Fernandinho, Ilkay Gündogan und Kevin de Bruyne waren in den ersten Partien die Schlüsselspieler. Fernandinho gestaltete das Spiel aus der Tiefe, Gündogan und de Bruyne besetzten die Räume zwischen Mitte und Flügel, die sogenannten Halbräume.

City sucht seltener den Weg über die Flügel als die Bayern, sondern versucht, Freiräume in den Halbräumen zu kreieren. Die Außenstürmer agieren dementsprechend zentraler, suchen häufiger den Weg in die Spitze. Sobald Gündogan und de Bruyne erst einmal Platz haben, schicken sie mit ihren Zauberpässen die Außenstürmer auf die Reise. 

De Bruyne Verletzung kleiner Rückschlag

Doch just als die zentrale Achse Fahrt aufnahm, verletzte sich de Bruyne. Beim 3:3 gegen Celtic Glasgow in der Champions League fehlte dessen Durchschlagskraft merklich, City verlor mehr Bälle im offensiven Mittelfeld und war anfälliger im Konter. Ein böses Omen für das Spitzenspiel gegen Tottenham? Taktikfuchs Mauricio Pochettino wird sich das Spiel jedenfalls genau angeschaut haben. 

Andererseits: Guardiola wird sich auch Tottenham genau angeschaut haben und sich die ein oder andere Gemeinheit einfallen lassen. Das ist die eine große Konstante im Wirken von Guardiola, von Barcelona bis Manchester: Der Taktikfuchs wird immer ein Taktikfuchs bleiben.