Was hat Dieter Burdenski mit einem eigenen Klub in Polen vor?

»Der Verein ist sauber«

Dieter Burdenski ist in Bremen eine Legende. Und in Polen plötzlich Klubbesitzer. Bei Korona Kielce muss er zunächst das schwierige Verhältnis zu den eigenen Fans geraderücken.

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Eigentlich war es nur der 30. von insgesamt 37. Spieltagen. Doch in Kielce kannte die Freude der Spieler nach dem Abpfiff trotzdem keine Grenzen. Sie tanzten und sangen, als ob sie gerade die polnische Meisterschaft gewonnen hätten. Und dies, obwohl sie ihr Heimspiel gegen Termalica Bruk-Bet mit 0:1 verloren haben.

Doch der Jubel der Profis von Korona Kielce war nicht unbegründet. Denn der vergangene Samstag war für den weiteren Verlauf der Ekstraklasa von besonderer Bedeutung. An diesem Spieltag entschied sich, welche ersten acht Teams in der Meisterrunde den Titel und die internationalen Startplätze unter sich ausmachen werden und welche acht Vereine in der Abstiegsrunde um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Dank eines späten Ausgleichstreffers von Wisla Plock im Spiel gegen Arka Gdingen sicherte sich Korona trotz der Niederlage gegen den direkten Konkurrenten Termalica Bruk-Bet einen Platz an der Sonne. Für den Verein der größte Erfolg seit Jahren.



»Ich wollte schon länger einen Klub kaufen«

Zusammen mit den Profis von Korona Kielce feierte auch ein Mann, der in den 70er und 80er Jahren eine feste Größe in der Bundesliga war: Dieter Burdenski. Seit dem 11. April ist der ehemalige Torhüter, der zwischen 1972 und 1988 444 Pflichtspiele für Werder Bremen absolvierte, Mehrheitseigner bei Korona Kielce. Für rund 850.000 Euro kaufte die »Burdenski Investment GmbH« von der Stadt Kielce 72 Prozent der Anteile. Die restlichen 28 Prozent bleiben im Besitz der Stadt. »Dass ich auch rund eine Million Euro Schulden übernahm, die der Klub in den letzten Jahren angehäuft haben soll, ist jedoch Quatsch. Da hat die polnische und deutsche Presse Unsinn geschrieben«, so Burdenski.

Doch warum investiert ein ehemaliger Bundesligastar in einen polnischen Erstligisten? »Seit längerer Zeit ging ich mit dem Gedanken herum, einen Klub zu kaufen. Da dies in Deutschland wegen der 50+1-Regel nicht möglich ist, musste es halt ein Klub im Ausland sein«, erklärt Dieter Burdenski. »Es hätte aber auch ein Klub in Spanien werden können. Dass es nun einer in Polen wurde, hat sich einfach ergeben. Was aber gut passt, da meine Familie polnische Wurzeln hat«, so der frischgebackene Klubbesitzer weiter.