Was hat der spanische Fußballverband gegen Barcas Pique?

»Ich äußere mich eh nur bei Twitter«

Über die Frage, wer in dieser Geschichte Täter und wer Opfer ist, dürfte es keine zwei Meinungen geben. Denkste. Denn der spanische Verband RFEF ist sich da anscheinend nicht ganz so sicher. Derzeit prüft die Comisión de Seguridad, Respeto y Tolerancia (Kommission für Sicherheit, Respekt und Toleranz), ob Pique mit seinen Tweets die Stimmung im Cornellà-El Prat unnötig angestachelt hat. Das Gremium will einen Bericht an die Disziplinarkommission des Verbands schicken – und möglicherweise eine Strafe für Pique fordern.

»Sollen sie doch machen«, kommentierte der Verdächtigte diese Woche bei der Gala zur Wahl von »Kataloniens Sportler des Jahres« die Untersuchung.

Die Kommission beruft sich bei der Untersuchung auf ein 98-seitiges Regelwerk, das der RFEF im Januar 2015 erließ und, nach Aussage des Verbands, im Kampf gegen Gewalt, Rassismus, Fremdenhass und Intoleranz helfen soll. Auslöser für die Schaffung der ungewöhnlichen Stabstelle war unter anderem der gewaltsame Tod eines Anhängers von Deportivo La Coruna nach Zusammenstößen mit Fans von Atletico Madrid Ende 2014.



Im Fall Pique geht es zwar nicht um Mord und Totschlag, nach Ansicht der Offiziellen könnte der Barca-Star aber die verbalen Entgleisungen der Zuschauer provoziert haben. Das Spruchband und die Schmähgesänge wären somit auf Piques Verhalten zurückzuführen. Würde er auf Basis von Artikel 70 des Regelwerks (»Aufforderung zur Gewalt«) schuldig gesprochen, droht ihm eine Geldstrafe von 6000 Euro aufwärts bis hin zu einer fünfjährigen Sperre. »Ich habe nichts zu dem Fall zu sagen«, bekräftigte Pique bei der Sportler-Gala. »Und wenn, würde ich mich ja eh bei Twitter äußern.«