Was Fußballfans vom Super Bowl gelernt haben

Schaut auf die NFL!

Noch nie sahen so viele Deutsche den Super Bowl. Eine lehrreiche Nacht – ganz besonders für Fußballfans. Was können wir von diesem Ereignis lernen?

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Mehr Spannung!
Die kurze Saison mit 16 Spielen von September bis Anfang Februar und direktem K.-o.-System in den Playoffs garantieren eine Spannung auf WM-Niveau. One and done droht jedem Team jederzeit. Auch das System des Spiels ist auf Spannung angelegt, selbst ein aussichtsloses Spiel kann durch zwei oder drei Aktionen wieder komplett gedreht werden. Beispiel gefällig? Aaron Rodgers, Quarterback von den Green Bay Packers, hat in dieser Saison zwei Hail Marys geworfen. Die Minnesota Vikings sind aus den Playoffs geflogen, weil ein spielentscheidendes Field Goal aus kurzer Distanz unerwartet daneben ging. Fazit: Das hat was!

Mehr Ausgeglichenheit!
Zwar waren es die beiden besten Teams der Regular Season, die es in den Super Bowl schafften, und doch haben in dieser Saison in den sogenannten Wildcard-Playoffs (der 1. Runde der Playoffs) alle vier schlechter gesetzten Teams gewonnen. Was wieder mal zeigte, dass im Football jeder jeden schlagen kann. Seien wir ehrlich, im Fußball ist das längst Vergangenheit. Dafür ist auch das Draft-System verantwortlich: wie in der NBA bekommen die schlechtesten Teams die besten jungen Spieler. Serienmeister wie in der Bundesliga werden dadurch effektiv verhindert. Die letzte Mannschaft, die den Superbowl zweimal in Folge gewann, waren die New England Patriots. Und das ist lange her: 2003 und 2004.

Kein Theater!
Es flogen die Fetzen zwischen den Denver Broncos und den Carolina Panthers. Da wurde gekratzt, gebissen, getreten und ganz sicher in dem ein oder anderen Menschenhaufen auch mal das Geschlecht des Gegners auf Belastbarkeit getestet. Ja, wenn diese Titanen mit voller Wucht aufeinander prallten, wunderte sich der Fußballfan schon, dass eigentlich alle nach wenigen Sekunden wieder auf den Beinen standen. Oder ihnen gar vom Gegner, der ihn gerade noch unangespitzt in den Boden gerammt hatte, wieder auf die Beine geholfen wurde. Auch nach dem Abpfiff reichten sich die Erzfeinde von vorhin die Hände und gratulierten sich artig. Kein Motzen über den Schiri, kein Provozieren des Gegners, keine Rudelbildung nach Abpfiff. Welch Wohltat. Trotz der Härte, die dieses Spiel nun mal mitbringt, sahen wir keine Schwalben oder theatralisch über den Rasen rollende Akteure. Im Gegenteil. Thomas Davis von den Panthers spielte gar mit gebrochenem Unterarm! Wie gesund das ist, ist eine andere Frage. Heldenhaft war es durchaus. Kleiner Tipp: Am 5. März spielt Bayern München gegen Borussia Dortmund. Mal sehen, wie es da so zugeht.