Was der Umzug des Copa-Libertadores-Endspiels bedeutet

»Eine großartige Party«

In der Sprache des paraguayischen Conmebol-Präsidenten Alejandro Dominguez klingt die Sachlage freilich viel unkomplizierter: »Wir glauben, dass die Alternative Lima sicherstellt, dass wir all die Leute vor Ort antreffen werden, die sich bereits Tickets gekauft haben. Der Flughafen verfügt über eine hervorragende Anbindung.« River-Präsident Rodolfo D'Onofrio verspricht bereits »eine großartige Party«. Klar, ebenso wenig wie der Conmebol-Boss muss D'Onofrio um seinen Platz im Flieger bangen. Oder um ein freies Hotelzimmer in Lima. Auch die sind kaum noch zu bekommen, zumal nicht alle Viertel der peruanischen Millionenstadt als »uneingeschränkt bedenkenlos für Touristen« gelten.

Immerhin, so streute die Conmebol unter südamerikanischen Journalisten, habe man der wirtschaftlichen Verlockung, das Finale auf einen anderen Kontinent zu verlegen, heldenhaft widerstanden. Angeblich sollen die US-Metropole Miami und die neue Welt-Sportzentrale Katar um die Austragung des prestigeträchtigen Endspiels gebuhlt und sehr viel Geld dafür geboten haben. Auch Paraguays Hauptstadt Asunción stand bereit, doch das dortige Stadion hätte nur 45.000 Zuschauern Platz geboten.

Oder wieder Hin- und Rückspiel?

Eine weitere Alternative wäre ein Finale im zwischen 1979 und 2018 ausgespielten alten Modus gewesen –  mit Hin- und Rückspiel in den jeweiligen Stadien der Endspiel-Teilnehmer. Doch genau das wollte die Conmebol nicht mehr, auch mit Blick auf die Sicherheit. Schließlich musste das Rückspiel der letztjährigen Final-Ausgabe zwischen River Plate und den Boca Juniors abgesagt werden, weil militante River-»Hinchas« den Bocas Mannschaftsbus auf dem Weg zum Stadion mit Steinen und Stahlkugeln beschossen und mehrere Spieler verletzt hatten.

Letztlich wurde die Partie ins Estadio Bernabeu von Real Madrid verlegt, wo River Plate mit 3:1 n.V. gewann (Hinspiel: 2:2). Immerhin 72.000 Zuschauer wohnten damals dem Derby im fernen Spanien bei. Man darf gespannt sein, wie viele es zum diesjährigen Endspiel schaffen.