Was Confed Cup und U21-EM für den deutschen Fußball bedeuten

Auf Jahre unschlagbar

Der Umgang von Joachim Löw mit dem Confed-Cup und der U21-Europameisterschaft war ein Geniestreich. Die deutsche Nationalmannschaft wird in Zukunft massiv davon profitieren.

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Gary Lineker hatte gestern Abend viel zu tun, sein berühmtester Ausspruch holte ihn mal wieder ein. Nämlich der, dass Fußball ein Spiel für 22 Leute sei, das am Ende immer Deutschland gewinnt. »Aber im Cricket sind sie scheiße«, twitterte der ehemalige englische Nationalspieler und heutige Fernsehkommentator trotzig. Dann wies ihn jemand darauf hin, dass in Deutschland gerade Cricket ernsthaft gefördert würde, und Lineker gab auf. »Cricket ist ein Spiel, bei dem 22 Leute fünf Tage lang mit einem Holzprügel den Ball herumhauen, und am Ende gewinnt immer Deutschland«, twitterte er.

Dass am Ende des Wochenendes zwei deutsche Nationalmannschaften zwei Titel gewonnen hatten, löste bei der Konkurrenz Sarkasmus aus. Hierzulande hat es dazu geführt, dass gerade jeder das Wie-sieht-denn-deine-Nationalmannschaft-aus-Spiel spielt. Es werden Witze darüber gemacht, dass wie beim Rodeln Deutschland I und Deutschland II an der WM teilnehmen sollten. Und natürlich wurde auch die Beckenbauer-Weissagung von 1990 hervorgeholt, die er unseliger Weise im Taumel des WM-Gewinns 1990 gemacht hatte: »Ich glaube, dass die deutsche Mannschaft über Jahre hinaus nicht zu besiegen sein wird.«

Löws Überlegungen sind mehr als aufgegangen

Vermutlich hätte vor knapp drei Wochen auch beim DFB niemand erwartet, dass es annähernd so kommen würde, wie es gekommen ist. Die U21-Nationalmannschaft musste gleich acht ihrer Spieler an Jogi Löw abgeben. Und der machte sich daran, gleich ein ganz neues Team aus New Kids on the Block und Halb-Stammkräften zusammenschrauben. Was in beiden Fällen, vor allem bei der Nationalmannschaft in Russland, daher umso erstaunlicher war: es traten nicht irgendwelche Haufen oder lose Gruppen an, sondern erkennbare Mannschaften.

Der Zusammenhalt auf den Platz half den Spielern beider Mannschaften dabei, auch Phasen zu überstehen, in denen sie die Spielidee etwas aus den Augen verloren. Auch war die U21-Nationalmannschaft sicherlich nicht die bestbesetzte Mannschaft der Europameisterschaft, aber das Finale gegen die Spanier gewann sie dennoch völlig verdient. Vermutlich wird Jogi Löw aber nicht nur deshalb ziemlich begeistert nach Hause fahren, weil seine Mannschaft den Confed-Cup gewonnen hat, sondern weil seine Überlegungen mehr als aufgegangen sind. 

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