Was Brendan Rodgers’ Wechsel zu Leicester für Schottland bedeutet

Denkt niemand an Rod Stewart?

Es war klar, dass Brendan Rodgers zurück in die Premier League will. Dass er aber für den Tabellenzwölften Leicester auf die sichere Meisterschaft mit Celtic verzichtet, ist verwunderlich. Und bitter für den schottischen Fußball.

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Sir Rod Stewart, CBE ist so einiges: Rock-Legende, Sexsymbol eurer, je nach Jahrgang, Mama oder Oma und glühender Anhänger von Celtic Glasgow. Und er lässt keine Gelegenheit aus, seiner Liebe zu den “Hoops” Ausdruck zu verleihen. »You’re in my heart«, säuselt er etwa in der gleichnamigen Schnulze in sein Mikrofon, »you are my lover, you're my best friend. You're Celtic, united, but baby I've decided, you're the best team I've ever seen.«

Diese Hingabe ist es, die Sir Rod laut eigener Aussage nun den Urlaub vermiest. Denn der Abgang von Trainer Brendan Rodgers schlägt ihm zu sehr aufs Gemüt, als dass er seine wohlverdiente Auszeit genießen könnte.

»Mir hat es den Urlaub ruiniert«

Nach fast drei, zumindest national, sehr erfolgreichen Jahren gab Celtic am Dienstagabend bekannt, dass Rodgers den Verein verlassen wird, um bei Leicester City Claude Puel mit sofortiger Wirkung als Trainer in der englischen Premier League zu beerben. Puel war eine 1:4-Klatsche gegen Crystal Palace am Wochenende zum Verhängnis geworden. Bei vielen Fans der »Foxes« war Puels konservativer Spielstil aber schon lange unbeliebt. Der Angriffsfußballer Rodgers war deshalb von Anfang an Spitzenkandidat für seine Nachfolge, zum Unbehagen eines gewissen Altrockers. »Ich bin gerade in Dubai«, erklärte Stewart live zugeschaltet dem Radiosender talkSport, »mir hat es den Urlaub ruiniert.«

Eine Überreaktion, sollte man meinen. Schließlich steuert Celtic momentan als Tabellenführer der Scottish Premiership scheinbar unbeschwert auf die achte Meisterschaft in Folge zu. Der zweitplatzierte Erzrivale Rangers ist mit acht Punkten Rückstand weit abgeschlagen. Gegen Celtics Dominanz nördlich des Hadrianswalls wirkt die bayrische Hegemonie hierzulande wackelig wie ein Kartenhaus. Aber der Anschein kann bekanntlich trügen.

Schon vier Niederlagen

Denn es steht nicht so gut um Celtic, wie man meinen möchte. Zum einen ist die Tabellenspitze für Rodgers alten Arbeitgeber in diesem Jahr nicht so selbstverständlich wie in den Vorjahren. In der Hinrunde verlor Celtic vier Spiele, genauso viele wie während der ganzen letzten Saison und vier mehr als in Rodgers erstem Jahr, als Celtic ungeschlagen blieb. Schlimmer noch als die Zahl der schlechten Ergebnisse ist die Signalwirkung einer bestimmten Niederlage. Ende Dezember verlor Celtic das erste »Old Firm« gegen Rangers seit 2012.