Was bei Herthas Gegner Östersunds FK alles anders läuft

Vorm Spiel auf Bärenjagd

Vorsicht, Berliner: Schwedens Newcomer-Klub ist brandgefährlich – im Wald und auf dem Rasen. Und die Europa League ist für Östersund FK eh nur ein Zwischenziel.

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Wir wissen nicht, wie Herthas Bosse den Donnerstag bis zum Anstoß um 19 Uhr verbringen. Wir wissen nur: Sie sollten sich nicht in die Wälder rund um Östersund locken lassen. Sonst könnte es den Berlinern am Ende genau so ergehen wie PAOK Saloniki in den Europa-League-Playoffs.

Am Morgen vor dem Rückspiel gegen Saloniki war Östersunds Vereinsboss Daniel Kindberg (49) mit den PAOK-Bossen zur Bärenjagd aufgebrochen. Die waldreiche Region Jämtland, in der die 50.000-Einwohner-Stadt Östersund liegt, gilt als skandinavisches Braunbären-Eldorado. Aufeinandertreffen mit Meister Petz gehören in dieser entlegenen Gegend zur Tagesordnung, pro Jahr werden ca. 90 der knapp 3.000 Tiere zum Abschuss freigegeben. Nur die Ehrengäste aus Hellas bekamen keinen einzigen Pelzträger vor die Flinten. Hatte Kindberg ihnen schlicht einen Bären aufgebunden?

PAOK peinlich pomadig

Insider berichten, der smarte Schwede hätte die PAOK-Bosse nur in den Wald gelockt, um ihnen Geschichten zu erzählen. Wie stolz Östersunds Spieler seien, gegen den großen griechischen Traditionsklub antreten zu dürfen. Und dass es für einen Fußballzwerg wie den ÖFK schon das Allergrößte sei, überhaupt in den Europa-League-Playoffs zu stehen. Wie es aussieht, gaben die Funktionäre aus Saloniki die trügerische Kunde noch vor dem Anpfiff an ihre Kicker weiter: PAOK, im Hinspiel 3:1-Sieger, agierte in Östersund peinlich pomadig und kassierte eine völlig verdiente 0:2-Pleite.

Zweifacher Torschütze war übrigens ein gewisser Saman Ghoddos (24). Östersunds Top-Torjäger wollte eigentlich im zurückliegenden Sommer wechseln. Sein Arbeitgeber soll bereits einen Kaufpreis von rund zwei Millionen Euro aufgerufen haben. Doch nach dem Einzug in die Europa League wollte Ghoddos lieber in Östersund bleiben. »Europa League – das ist das Größte, was wir bis jetzt erreicht haben«, schwärmt der in Schweden aufgewachsene Neu-Nationalstürmer des Iran. Dann wechselt er sogleich in den Angriffsmodus: »Ich sage bewusst: bis jetzt.«

2:0 gegen Luhansk

Übertriebene Ehrfurcht vor Gruppengegnern wie Athletic Bilbao, Hertha BSC und Zorya Luhansk kann man den Östersundern wahrlich nicht vorwerfen. Das Auftaktmatch im ukrainischen Luhansk gewannen die Mittelschweden mal eben mit 2:0 – ein Resultat, das Vereinsboss Kindberg im kleinen Kreis genau so prophezeit hatte. Auch den Triumph in der EL-Quali gegen PAOK Saloniki hatte Östersunds großer Macher präzise vorhergesagt. Damals lachten noch einige.

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