Was aus den 50 aufregendsten Talenten von vor zehn Jahren wurde

Wie konnte das passieren?

Im November 2007 veröffentlichte das »World Soccer Magazine« eine Liste mit den 50 spannendsten Talenten der Welt. Doch nicht alle Teenager wurden so erfolgreich wie Kroos, Agüero oder Bale. Im Gegenteil: Manch einer sitzt sogar bei Schalke auf der Bank.

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1. Sadick Adams (GHA): Damals Atletico Madrid (Spanien)/Jetzt Türk Ogaci Limassol (Zypern)
Sucht man den damals hoch gehandelten Offensivspieler im Internet, schlägt einem das große Vergleichsportal »transfermarkt.de« als ähnlichen Spieler den Spanier »Fofo« (vereinslos) vor. Was die Sache wahrscheinlich ziemlich gut auf den Punkt bringt. Für die erste Mannschaft von Atletico machte Adams jedenfalls kein einziges Spiel, dafür kommt der Mann in seiner Karriere mittlerweile auf acht verschiedene Klubs.


2. Ismail Aissati (NED): Damals PSV Eindhoven (Niederlande)/Jetzt Balikesirspor (Türkei)
Etwas besser läuft es bei Aissati. Der trägt in der Türkei die Nummer Zehn und könnte auf dem eigenen Briefkopf mit fünf niederländischen Meistertiteln angeben. Bei den Titeln, die er mit PSV und Ajax in den Niederlanden gewann, war er in der Regel allerdings Ergänzungsspieler. Aber: Es gibt eine Aissati-Youtube-Compilation. Man könnte also irgendwie doch sagen: Der Mann hat es geschafft.

3. Alexandre Pato (BRA): Damals AC Mailand (Italien)/Jetzt TJ Quanjian (China)
Alexandre Pato schaffte es wirklich (quasi) nach ganz oben. Zu Zeiten, als es dem AC Mailand noch besser ging, war er dort der beste Stürmer und unumstrittener brasilianischer Nationalspieler. Nur konnte er das Level nicht lange halten. Jetzt zehrt er von seinem klangvollen Namen und verdient sein Geld in China. Wo er auch ordentlich trifft.

4. Anderson (BRA): Damals Manchester United (England)/Jetzt Coritiba FC (Brasilien)
Wurde vom Top-Talent erst zum ewigen Talent und langsam aber sicher zum vergeudeten. Seit ein paar Jahren ist er zurück in Brasilien und im Mittelfeld von Coritiba immerhin Stammspieler. Sah in den vergangenen zwei Spielzeiten allerdings mehr Rote Karten (zwei), als er Tore schoss (eins). Und, noch eine traurige Nachricht: Er hat (anscheinend schon seit ein paar Jahren) keine Cornrows mehr.

5. Giovani dos Santos (MEX): Damals FC Barcelona (Spanien)/Jetzt L.A. Galaxy (USA)
Jahrelang der Lieblingsgeheimtipp eines jeden Fifa-Managers blieb dos Santos in Europa eher blass. In Mexiko ist er - vor allem wegen seiner Leistungen für die Nationalmannschaft (98 Spiele/18 Tore)  - trotzdem ein Star. Gewann dreimal den Gold-Cup und schoss 2011 im Finale gegen die USA das bestimmt schönste Tor der Turnier-Historie.



6. Gareth Bale (WAL): Damals Tottenham Hotspur (England)/Jetzt Real Madrid (Spanien)
Der aktuelle Verein sagt alles. Ließ sich außerdem die Segelohren wegoperieren.

7. Sergio Agüero (ARG): Damals Atletico Madrid (Spanien)/Jetzt Manchester City (England)
Nicht nur fußballerisch fast alles erreicht, auch privat ein Gewinner-Typ. Wer sonst kann von sich behaupten, seinem Sohnemann echte Maradona-Gene besorgt zu haben?

8. Bojan Krkic (ESP): Damals FC Barcelona (Spanien)/Jetzt Deportivo Alaves (Spanien)
Sollte in Barcelona der nächste Messi werden. Allerdings spielt in Barcelona immer noch Messi und Krkic kam in der vergangenen Rückrunde in elf Spielen auf genau ein Tor für Mainz 05. Kann eben nicht immer alles klappen.

9. Breno Borges (BRA): Damals Sao Paulo FC/ (Brasilien)/Jetzt Vasco da Gama (Brasilien)
Dass bei Breno nicht immer alles geklappt hat, weiß wohl jeder deutsche Fußballfan, der die letzten zehn Jahre nicht in einer vakuumverschlossenen Tupperdose verbracht hat. Bei Vasco da Gama ist er endlich wieder ein gewöhnlicher Fußballer. Was im Fall von Breno insgesamt als Erfolg durchgeht.

10. Gerardo Bruna (ARG): Damals Liverpool (England)/Jetzt Ottawa Fury FC (USA, 2. Liga)

Galt auch mal als neuer Messi. Allerdings eher - so erklärte Bruna das vor ein paar Jahren selbst - ob der ähnlichen Herkunft. Kommen doch beide aus Argentinien und gingen schon als Jugendliche zum Fußballspielen nach Spanien. Trotzdem dürfte die zweite US-Liga wohl nicht das sein, was er sich als gehypter Spieler von Liverpools Reserveteam vor zehn Jahren erträumte. Dafür trägt er in Ottawa die Nummer zehn.

11. Angel di Maria (ARG): Damals Benfica Lissabon (Portugal)/Jetzt Paris St. Germain (Frankreich)
Unterm Strich der teuerste Spieler seiner Generation. Wechselte für insgesamt 178 Millionen Euro von Rosario zu Benfica, von dort nach Madrid, dann zu Manchester und schließlich nach Paris. Ließ sich im Gegensatz zu Bale nicht die Segelohren operieren.

12. Diego Buonanotte (ARG): Damals River Plate (Argentinien)/Jetzt Universidad (Chile)
Ist immer noch nur 1,61 groß.