Warum wir uns ein Finale zwischen Rom und Sevilla wünschen

Ausscheiden vorprogrammiert?

Einzige Unregelmäßigkeit: Eine Entlassung im Januar 2014. In akuter Abstiegsgefahr trennte sich Liganeuling Sassuolo von dem Erfolgscoach. Sein Nachfolger kassierte fünf Pleiten in Folge. Nach 35 Tagen kehrte Di Francesco zurück und hielt die Klasse. Zwei Jahre später führte er den Club zur ersten Europapokalteilnahme seiner Vereinsgeschichte.

Nun stehen beide im Viertelfinale der Champions League. Hier Montella, weiche Gesichtszüge, volles Haar, so etwas wie der optische Gegenentwurf zu Christian Streich. Dort Di Francesco, der mit seiner markanten Brille immer etwas streberhaft daherkommt. Gemein ist ihnen die vermeintliche Unlösbarkeit der bevorstehenden Aufgabe. Es geht gegen die zwei großen Bs des Weltfußballs, Bayern und Barcelona.

Sevilla empfängt am heutigen Dienstag das warmgeschossene Starensemble aus München. Di Francesco tritt morgen Abend mit der Roma im Camp Nou an. Vor der Auslosung scherzte Di Francesco noch damit, Sevilla in der Runde der besten Acht aus dem Weg gehen zu wollen. Er wolle sich das Wiedersehen mit Montella fürs Finale aufsparen. Wenn alles normal läuft, fällt dieses Wiedersehen an der Seitenlinie in Kiew aus.

Zu groß klafft die sportliche und finanzielle Lücke zwischen den Vereinen. Doch wenn es sich lohnen würde, die immer unumgänglicher scheinenden Gesetzmäßigkeiten des Fußballs außer Kraft zu setzen, dann für eine Geschichte wie diese. »Wir müssen träumen und ambitioniert sein«, so lautet di Francescos Marschroute. Denn Träumen ist immer noch erlaubt. Wenigstens bis 20.45 Uhr.