Warum wir Max Kruse lieben

Warum ihn alle lieben sollten

Dabei ist er viel mehr als nur der Vollstrecker einer inzwischen torhungrigen Offensive. Kruse ist Verbindungsspieler, erster Antreiber und steter Unruheherd. Eigentlich hat ein Spieler seiner Qualität nichts verloren bei einer Mannschaft wie Werder, die zwar gerade - und also nicht zuletzt wegen ihm - tatsächlich um die Europa League mitspielt, eigentlich aber vor allem nicht absteigen wollte.

Das ist das dann Dilemma eines Spielers seines Zuschnitts. In Mönchengladbach fühlte er sich unterbezahlt, auf Sicht vielleicht auch unterfordert. Trotz der Perspektive Champions League. Und also wechselte er nach Wolfsburg. Diesem kalten Stereotypen des modernen Fußballs. Bei dem man funktionieren muss, auch ohne sich wohlzufühlen. 

Die Fans sollten ihn lieben - alle

In Bremen akzeptieren sie ihn, wie er ist. Weil sie gar keine andere Wahl haben, weil sie einen wie ihn sonst gar nicht in ihren Reihen wüssten. Das ist der Preis, für beide Seiten. Die Bremer Fans freut es. Alle anderen sollten es ihnen gleich tun. 

Die Forderung nach Typen im Fußball mag zuweilen ermüdend sein. Weil sie automatisch indifferent und beliebig wirkt. Wenn sie aber ausgesprochen wird in der Hoffnung, mehr Typen wie Max Kruse ansichtig zu werden, kann sie trotz allem gar nicht laut genug vorgebracht werden.

Verdammt viel Spaß

Weil der Idee, dass Leistung im Fußball nicht zwangsläufig einer Formel gehorcht, ein Zauber innewohnt. Weil es genau deswegen Freude macht, einem Spieler wie Max Kruse, der schon so viel erlebt hat, der immer irgendwie leicht übergewichtig wirkt und meschugge, zuzusehen.

Vielleicht taugt so einer nicht gerade als Vorbild. Aber das gilt schließlich für verdammt viele Dinge, die verdammt viel Spaß machen.