Warum Watfords FA-Cup-Held Gomes Priester wird

Im Auftrag des Herrn

Für Watford-Keeper Heurelho Gomes (38) ist das heutige FA-Cup-Finale gegen ManCity das letzte Match seiner Karriere. Danach wartet eine viel größere Aufgabe.

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Es ist SEIN Spiel, dieses FA-Cup-Finale gegen den Meister aus Manchester. Watfords etatmäßige Nummer zwei, Heurelho Gomes, ist in der laufenden Saison der Cup-Keeper des Überraschungs-Finalisten FC Watford – so war es vereinbart mit Chefcoach Javi Gracia. Und Gomes hat seinen Teil der Abmachung mehr als eingehalten: drei »Clean Sheets« in den ersten drei Runden (2:0 in Woking, 2:0 in Newcastle, 1:0 bei den Queens Park Rangers), gefolgt von zwei weiteren bärenstarken Auftritten im Viertelfinale gegen Crystal Palace (2:1) und im Semifinale gegen die Wolverhampton Wanderers (3:2 n.V.). Ohne den 1,91-Meter-Mann mit den auffallend langen Fangarmen wäre der FC Watford höchstwahrscheinlich nicht in Wembley, sondern im Sommerurlaub.

Es ist auch deshalb SEIN Spiel, weil es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das letzte in der langen, langen Laufbahn des Heurelho Gomes sein wird. Und dennoch würde der Mann mit den freundlichen, haselnussbraunen Augen seinen Final-Einsatz bereitwillig herschenken: »Selbst wenn nicht ich spiele, sondern Ben Foster (Watfords etatmäßige Nummer 1; Anm. d. Red.), wäre das völlig okay für mich. Dann würde ich einen Schritt zur Seite machen, Ben und die Mannschaft bestmöglich unterstützen und mich bereithalten, um im Notfall helfen zu können.«

Der schlechteste Torhüter der Premier League?

Helfen – das war schon immer das Leitmotiv des bekennenden, evangelikalen Christen. Schon als 21-Jähriger half Heurelho Gomes tatkräftig mit, als sein damaliger Klub Cruzeiro Belo Horizonte das brasilianische Double gewann. Später trug der zwölfmalige Torhüter der »Selecao« maßgeblich dazu bei, dass die PSV Eindhoven viermal in Folge den Meistertitel in den Niederlanden errang (2005 bis 2008).

In den folgenden elf Jahren in England (2008 bis 2014: Tottenham, seit 2014: Watford), unterbrochen durch eine fünfmonatige Leihe nach Hoffenheim (2013), gewann Gomes hingegen gar nichts. Stattdessen brandmarkte BBC-Experte Alan Hansen ihn als »einen der schlechtesten Torhüter, die ich je gesehen habe«. Schadenfrohe YouTuber schnitten lustigen Videos zusammen mit den gröbsten Schnitzern des Lulatsch.