Warum Waldemar Anton für Hannover so wichtig ist

»Ein Wechsel ist kein Thema«

Trotz lukrativer Angebote sieht Anton keinerlei Veranlassung für einen Wechsel: »Mein Vertrag läuft noch. Ich bin sehr glücklich hier und sehe keinen Grund, irgendetwas anders zu machen. Ein Wechsel ist kein Thema.« Dabei ist es kein Wunder, dass größere Klubs ihn auf dem Zettel haben. Während Niclas Füllkrug in der öffentlichen Wahrnehmung von 96 diese Saison alles überstrahlt, hat Anton sich in dessen Schatten zum heimlichen Shootingstar entwickelt.

Anton kommt diese Saison auf starke 80 Prozent Passqoute, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe auf dem Boden und 65 in der Luft ergeben durchschnittlich gute 60 Prozent erfolgreiche Duelle. Legt er körperlich noch etwas zu, dürften sich die Tackling-Werte weiter verbessern. 

Flexibilität ist Trumpf

Dass er mit gerade mal 21 Jahren schon so routiniert vom Abwehr- ins Mittelfeldzentrum und zurück pendelt, ist eine seiner großen Stärken. Anton ist zum Fixpunkt im hinteren Drittel geworden, sowohl bei gegnerischem Ballbesitz durch sein intelligentes Positionsspiel und seine resolute Zweikampfführung, als auch mit seiner Übersicht und klaren Pässen für die eigene Spieleröffnung.

Per Mertesacker, selbst Niedersachsens Fußballer des Jahres 2005, adelte Anton zuletzt bei der Preisverleihung am Montag, bezeichnete ihn als würdigen Nachfolger und sagte: »Mit deiner Einstellung und deinen guten Leistungen musst du dich weiterempfehlen. Zum Beispiel für die Nationalmannschaft. Mit deiner Qualität, Willensstärke und Kraft kannst du das auch schaffen.« 

Geht Waldemar zu Wladimir?

Anton hat zwar schon sieben Spiele für die deutsche U21-Nationalmannschaft bestritten und wurde mit ihr, wenngleich ohne Einsatz, 2017 Europameister. Im Herrenbereich ist er aber aufgrund seiner Familiengeschichte neben Deutschland auch für Russland, der Heimat seiner russlanddeutschen Eltern und Großeltern, sowie Usbekistan, seinem Geburtsland, spielberechtigt. Eine Anfrage des usbekischen Fußballverbands bezüglich eines Verbandswechsels lehnte er 2017 allerdings ab. 

Jogi Löw sollte hoffen, dass Hannovers Aufsichtsratschef Gerhard Schröder seinem Intimus und Antons Ex-Namensvetter Wladimir Putin nicht ins Gewissen redet. Sonst könnte Niedersachsens Fußballer des Jahres dem DFB durch die Lappen gehen und mit der Sbornaja zur WM fahren. Damit wäre sein Status als größter Sohn der Stadt Olmaliq wohl für die nächsten paarhundert Jahre gesichert.