Warum vier Fans Neururer zum KSC holen wollen

Einen Barista für Peter

Ihre Kritik gilt also hauptsächlich der Vereinsführung?

Uns geht es in erster Linie um die Person Ingo Wellenreuther. In unserem persönlichen Denken als Fans – denn das darf man nicht vergessen: Wir sind Fans, vielleicht sehen wir auch einfach manche Dinge falsch – ist er nicht der richtige Mann, um den KSC zu leiten. Wir haben das Gefühl, er beweihräuchert sich nur ständig selbst. Ihm ist nicht der Verein wichtig, sondern sein eigenes Standing. Jede Argumentation beginnt er damit, dass er dem KSC ein neues Stadion bringt.

Womit er natürlich nicht Unrecht hat. Der Bau des neuen Stadions ist auch sein Verdienst.

Natürlich hat Herr Wellenreuther daran maßgeblichen Anteil. Und es steht auch außer Frage, dass wir ein neues Stadion brauchen. Auch wenn wir den Wildpark gern haben, das ist keine Spielstätte für professionellen Fußball. Das wird einem besonders bei Auswärtsfahrten bewusst. Da sieht man, wie weit andere Klubs sind. Und beim KSC wartet man 20 Minuten auf seine Bratwurst. Jedoch der Finanzierungsplan für das neue Stadion ist irrwitzig: Der schreibt vor, dass der KSC in den kommenden zehn Jahren nur ein Jahr lang dritte Liga spielen darf – sonst bricht die Rechnung zusammen. Zudem wird mit zwei Jahren in der Bundesliga und sieben Jahren 2. Bundesliga* geplant. Was hier läuft, ist realitätsfern.

Gibt es noch etwas, dass sie an Wellenreuther stört?

Es wurde in den vergangenen Jahren einfach schlecht gearbeitet: Falsche Trainerentscheidungen wurden getroffen, die Kaderplanung war grausig. Eine Mannschaft wurde aufgestellt, die nicht ausreichend Qualität für die 2. Bundesliga hat. Wir haben das Gefühl, dass viel von Wellenreuther ausging und ihm niemand Paroli geboten hat. Deswegen fordern wir eben einen meinungsstarken Trainer – wie Neururer. Meister hat alle vier Spiele im Amt verloren. Es kann also nur eine Frage der Zeit sein, bis er wieder vom Hof gejagt wird.

Glauben Sie denn, Neururer hätte Lust, in der dritten Liga anzuheuern?

Ich glaube, dass Peter Neururer jemand ist, den man mit vielem locken kann, wenn das Umfeld passt.  

Sie wollen ihn zum Beispiel mit einem eigenen Barista locken. Das klingt auch nach verschwenderischer Finanzpolitik?

Ja, da müssen wir natürlich Prioritäten bei den Ausgaben setzen (lacht). Aber lieber guten Kaffee für Peter, als noch einen Transfer, der uns nicht weiterhilft.

*In einer ursprünglichen Version des Artikels hieß es an dieser Stelle, es würde mit sieben Jahren Bundesliga geplant. Matosin bezog sich auf eine dpa-Meldung, in der ein Zahlendreher enthalten war. Dieser wurde mittlerweile korrigiert.