Warum uns der Goretzka-Deal schon vor seiner offiziellen Verkündung aggressiv macht



Nicht lange nachdenken, einfach machen

Denn weder lederten die Menschen, die sich durch einschlägige User-Namen (Wo_liegt_Brügge?_An_der_brügge!) als Schalke-Fans zu Erkennen gaben, so richtig los, noch rasteten deren bayrischen Pendants (OHargreavesJünger19) wirklich vor lauter Extase aus. Stattdessen stieß ich immer wieder auf ein Wort, welches strenggenommen aus zwei Wörtern besteht: No Brainer. Goretzka sei ein No Brainer, also ein Transfer, über den die Bayern gar nicht lange nachdenken sollten, sondern den sie einfach machen müssten. Aber eben nicht, und jetzt wird die Geschichte eklig und ich komme endlich zum Punkt, weil der Transfer sportlich wirklich Sinn ergäbe. 

Sondern viel mehr, weil der Mann ja im Sommer ablösefrei zu haben sei. Man, außer einem quasi lächerlichen Handgeld (maximal 20 Millionen), diesen so umworbenen Spieler also mehr oder weniger geschenkt bekäme. Dass es für den Klub zwar viel wichtiger sei, eine Granate auf dem Flügel zu bekommen (aber bitte nicht Julian Brandt, der Deal sei ja angeblich auch fix, aber der Junge helfe doch nicht ernsthaft weiter), aber, mei, was habe man denn groß zu verlieren? Wirtschaftlich gäbe es ja kaum ein Risiko, Goretzka würde als baldiger Stammspieler in der Nationalmannschaft seinen Wert ja noch steigern.

Zur Not in zwei Jahren wieder verscherbeln

Und klar, ein richtiger Stratege fürs Mittelfeld sei eigentlich dringender, denn in Tolisso und Vidal habe man schließlich schon zwei Box2Box-Player, aber: egal. Lieber schnell verplfichten, Gelegenheit macht Diebe, was soll schon passieren? Zur Not wird er in zwei Jahren halt wieder verscherbelt, Schalke nähme ihn sicherlich mit Kusshand, hat bei Götze doch auch geklappt. Gnarz. GNARZ!

Mir ist klar, dass 265 Kommentare unter irgendeinem Artikel im Internet keine repräsentative Umfrage ersetzen. Aber allein ein einziger Bayern-Fan, der sich nicht weniger als ein Loch in den Bauch freut, weil dieser Wahnsinnsspieler kommen wird, macht mich wütend. Und allein die Vorstellung, dass die Feinstaubbelastung in Gelsenkirchen ein zweites Mal innerhalb weniger Tage enorm zunimmt, weil die Verkündung einer Vertragsverlängerung zu unzähligen Spontanfeuerwerken führen würde, verwandelt die Wut ziemlich fix in Trauer. Was in diesem Fall, entschuldigt bitte, nichts mit der Umwelt zu tun hat.