Warum Thorgan Hazard für Gladbach so wichtig ist

Die drei von der Tor-Stelle

Dabei agieren die drei mit bemerkenswerter Flexibilität im Positionsspiel. Beide Flügel, die Zentrale, Mittelstürmerposition und hängende Spitze werden im Wechsel besetzt. Nominell steht Hazard dabei meistens auf der linken Außenbahn in Dieter Heckings 4-4-2. Darin positionieren sich die Außenspieler recht tief, das Vierer-Mittelfeld insgesamt kompakt. Dadurch bleibt auf den Flügeln Raum für dynamische Entfaltungen nach der Ballannahme.

Und Dynamik ist genau Hazards Ding, mit seinem technischen Repertoire kann er Gegner aussteigen lassen und mit Tempo in den geöffneten Raum vordringen. Gerade, wenn Stindl abkippt oder Raffael sich weiter fallen lässt, entstehen so vielfältige Optionen für schnelle Passstafetten, Dreieckskombinationen und diagonale Verlagerungen auf die Flügel.

Bleibt das Problem, dass tief positionierte und nah an der Doppelsechs gehaltene Flügelstürmer ein leichtes Opfer für gegnerisches Pressing sind: Die Wege sind kurz und die Räume eng. Doch Hazard kann sich auch auf dem sprichwörtlichen Bierdeckel gleich mehrerer Gegenspieler erwehren – dank millimetergenauer Ballführung und überragender Technik.

In Sachen Dynamik und Technik ähneln sich die beiden ältesten Hazard-Brüder also sehr. Doch im Gegensatz zu seinem Bruder ist Thorgan deutlich weniger effizient. Den Zug zum Tor haben beide. Doch wo Eden platziert abschließt, sind Thorgans Knipserqualitäten noch ausbaufähig. 

Zurück zum großen Bruder?

Dementsprechend stehen für Eden diese Saison acht Tore aus 48 Schüssen zu Buche, für Thorgan sind es sieben aus 58 – und vier seiner Treffer waren Elfmeter. Trotzdem hat er sich verbessert: Zwischen dem dritten und 14. Spieltag war Hazard für Gladbach in zehn Partien in Folge direkt an einem Tor beteiligt. 

Mit inzwischen 13 Scorerpunkten ist er aktuell Borussias Topscorer. Obwohl er selten auf seiner eigentlichen Lieblingsposition, der Zehn ran darf, die bei Hecking selten so existiert, hat er so viele vorletzte Pässe gespielt wie kein anderer und 42 Torschüsse vorbereitet.

Im Vergleich mit Eden sieht Thorgan sich allerdings »noch nicht auf seinem Niveau«. Trotzdem war im gerade geschlossenen Transferfenster angeblich auch Chelsea wieder an ihm dran. Die Angebote bearbeitet mittlerweile Vater Thierry als sein Berater. Auch, weil sein Vertrag noch bis 2020 läuft, will Thorgan sich aber vorerst in Gladbach weiterentwickeln.

Und, damit er dann auch den Vergleich nicht mehr scheuen muss, sollte er tatsächlich zurück nach London gehen. Zu seinem großen Bruder, dem Superstar.