Warum spielten diese Stürmer nie Bundesliga?

Sie waren nie Stars

Bielefelds Stürmer Fabian Klos trifft seit Jahren nach Belieben – trotzdem spielte er bislang nie in der Bundesliga. Kein Einzelfall. 

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Fabian Klos kann einem leidtun. Der Stürmer ist zweimaliger Westfalenpokalsieger, 2012 wurde er zum Drittligaspieler der Saison gewählt und 2013 Torschützenkönig in der Dritten Liga. Im August 2014 gelang ihm gegen den SV Sandhausen ein traumhafter Volleytreffer von der Strafraumkante, den die Zuschauer der ARD Sportschau zum Tor des Monats wählten. Auch wegen seiner Tore stieg Arminia 2013 in die zweite Bundesliga auf.
 
Für die Ostwestfalen hat er in der laufenden Saison 19 Tore gemacht, insgesamt kommt der Stürmer auf 56 Tore in 121 Spielen. Davor knipste er für den SV Meinersen (74 Tore, 92 Spiele), den MTV Gifhorn (49 Tore, 58 Spiele) und den VfL Wolfsburg II (22 Tore, 65 Spiele). Macht über die bisherige Karriere: beeindruckende 201 Tore in 336 Spielen.
 
Ein Angebot aus der ersten Liga hat er dennoch nie erhalten. Einmal soll Zweitligist St. Pauli interessiert gewesen sein. Doch Klos ist mit diesem Schicksal nicht allein. Denn wer kennt schon Christian Knappmann, Anton Fink oder Marco Grüttner?
 
Zeit für einen Blick auf vergessene Super-Bomber, auf die Phantome der deutschen Fußball-Strafräume, die seit Jahren Tore am Fließband schießen und trotzdem ein Dasein abseits der grellen Bundesliga-Lichter fristen.
 
Dmitrijus Guščinas
Der Litauer war eine echte Granate, und es ist eigentlich ein Wunder, dass in all den Jahren nie ein Bundesligist vorstellig wurde. Nicht mal Schalke 04 oder der HSV. Für Holstein Kiel schoss Guščinas in 121 Spielen 61 Tore, für den FC Sylt machte er 31 Buden in 32 Partien. Zwischen 2003 und 2005 lief er sogar fünfmal für die Nationalmannschaft seines Landes auf. Seine Karriere ließ er 2011 beim VfR Neumünster ausklingen. Wobei: Was heißt ausklingen? Der Mann ist erst 39 Jahre alt – Horst Heldt, übernehmen Sie!
 
Rogier Krohne
Hießen wir Rogier Krohne, würden wir eine Karriere als Zirkusdirektor oder Zauberer antreten. Dieser Rogier Krohne entschied sich für eine Fußballlaufbahn, und zunächst schien es, als wäre das keine gute Entscheidung gewesen. In den vier Jahren, die er für den FC Groningen und den FC Emmen spielte, schoss er kein einziges Tor. Irgendwas reizte den BV Cloppenburg dennoch an dem holländischen Angreifer, und so holte ihn der damalige Oberligist nach Niedersachsen. Es war die zweite Geburt des Rogiers, denn plötzlich traf er, wie und wann er wollte. Zwischen 2009 und 2013 machte er 85 Tore in 125 Partien. Dank seiner Treffsicherheit stieg der BV Cloppenburg in die Regionalliga Nord auf, wo Krohne prompt Torschützenkönig wurde. Seit 2013 spielt er bei Preußen Münster, allerdings nicht mehr ganz so erfolgreich (zwölf Tore in 46 Spielen). Immerhin erzielte er im August 2014 den Treffer beim 1:4 im DFB-Pokal gegen den FC Bayern.
 
Christian Knappmann
Christian Knappmann ist ein Strafraumtank, wie er im Buche steht: 1,95 Meter groß, 95 Kilo schwer, Glatze. Selbst Carsten Jancker und Dirk van der Ven wären neidisch. Seine besten Jahre hatte Knappmann in Gütersloh (15 Tore, 21 Spiele), beim Wuppertaler SV (42 Tore, 55 Spiele) und beim SV Rödinghausen (18 Tore, 32 Spiele). In der Regionalliga-West wurde er zweimal Torschützenkönig. 2012 mit sensationellen 30 Treffern, woraufhin immerhin ein paar Drittligisten anfragten. Knappmann, damals schon 31 Jahre alt, wechselte zur zweiten Mannschaft des BVB, fand dort aber seltsamerweise nicht mehr den Weg zum Tor. Bekannt wurde Knappmann überregional, als er bei einem Spiel seiner Mannschaft Rot-Weiss Essen bei Schalke II krank auf der Tribüne saß und einem Zuschauer, der Gerald Asamoah rassistisch beleidigte, »mit einem tödlichen Blick« (Reviersport) und deutlicher Ansage in die Schranken wies.
 
Justin Eilers
Wenn man den Namen Justin Eilers googelt, erhält man als ersten Treffer folgende Meldung des Nachrichtenportals »mopo24.de«: »Was läuft da zwischen Katja und Dynamos Justin Eilers?« Um es gleich vorwegzunehmen: Wir wissen es auch nicht. Wir wissen nicht mal, wer Katja ist. Katja Kraus? Katja Kipping? Katja Ebstein? Wie auch immer: Justin Eilers scheint begehrt. Nur nicht bei Bundesligisten. Das ist seltsam, schließlich trifft der Stürmer seit seiner Jugend wie kaum ein anderer in Niedersachsen. Mit 18 Jahren, bei der FT Braunschweig, schoss er 17 Tore in 29 Spielen. Seit 2007: 28 Tore für Eintracht Braunschweig II, 13 Tore für den VfL Bochum II, 29 Tore für den Goslaer SC, 17 Tore für den VfL Wolfsburg. Aktuell spielt er bei Dynamo Dresden und steht bei elf Toren in 22 Spielen. Mit 26 Jahren gehört er immerhin noch nicht zum ganz alten Eisen, vielleicht schaut ja doch mal ein Bundesligist vorbei. Katja hätte sicherlich nichts dagegen.