Warum Simon Terodde für Köln so wichtig ist

Die Hoffnung hat einen Namen

Teroddes Effizienz kommt auch der Taktik von Ruthenbeck gelegen. Köln kann sich auf eine sichere Defensive konzentrieren, braucht keinen offensiven Hurra-Fußball um Tore zu schießen. Denn das wäre im Abstiegskampf mit einem bis vor Kurzem völlig verunsicherten Team eine ausgesprochen riskante Variante. Dank Teroddes Toren geht es aber auch mit der Moral bergauf.

Sicherlich auch mit seiner eigenen. Denn so gut er auch ist, Simon Teroddes Karriere haftet ein Makel an. Mit seinen mittlerweile 32 Jahren war der gebürtige Bocholter bereits drei Mal Torschützenkönig in Deutschland. Allerdings eben drei Mal in der zweiten Liga. In den letzten beiden Spielzeiten im Unterhaus kam er auf insgesamt 50 Tore, schoss den VfB im letzten Jahr quasi im Alleingang zum Aufstieg. Er war der gefeierte Held in Cannstatt, der Star, der Vollstrecker. 

Doch einmal angekommen in der Liga ging es schnell bergab. Terodde kam zwar noch auf 15 Einsätze, konnte aber nur zwei Tore erzielen und verlor seinen Stammplatz. Es schien, als läge ein Fluch auf dem doch eigentlich so erfolgreichen Goalgetter.

Die Gretchenfrage des Simon Terodde

In der zweiten Liga so gut, in der Bundesliga nie Fuß gefasst. Die Gretchenfrage des Simon Terodde lautet: Wieso kannst du es nicht in der ersten Liga? Bei seiner ersten Profistation in Duisburg kam er erst nach dem Abstieg zu seinem Debüt. Später bei seinem ersten Engagement in Köln traf er nur für die zweite Mannschaft. In Stuttgart war die Erwartungshaltung zuletzt riesengroß. 

Fragmente einer Erklärung, nichts weiter. Fest steht, in der Bundesliga ging es bisher einfach nicht. So ist Terodde immer noch der unvollendete »Zweitligastürmer«. Noch. Denn in Köln hat er mit seinen entscheidenden Toren gegen Hamburg und Gladbach dafür gesorgt, dass seine Zukunft in der ersten Liga unter anderem von ihm selbst abhängt.

Die zwei Siege aus zwei Rückrundenspielen haben den Effzeh bis auf vier Punkte an den Relegationsplatz rangebracht. Wenn Terodde heute gegen Augsburg wieder zum Sieg trifft während Bremen und Hamburg verlieren, ist es noch genau einer. 

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Auch in Köln. Und dort hat sie einen neuen Namen bekommen: Simon Terodde.