Warum Simon Terodde für Köln so wichtig ist

Die Hoffnung hat einen Namen

Der als Zweitligastürmer verspottete Terodde dreht beim (Noch-)Bundesligisten 1. FC Köln richtig auf. Wenn er so weitermacht, hat er seine Zukunft als Erstligastürmer selbst in der Hand – zusammen mit der des gesamten Vereins.

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»Warum der 1. FC Köln nicht absteigen kann« titelte der Kicker Mitte des Monats und stellte fest, dass Tabellenletzte in der Bundesliga, die in der Winterpause oder kurz davor ihren Trainer austauschten, in den letzten zehn Jahren nie abstiegen. Der Wechsel zu Stefan Ruthenbeck also als Anker der Hoffnung für den Klassenerhalt? 

Ohne die Leistungen von Ruthenbeck schmälern zu wollen, unter dem die Mannschaft in fünf Ligaspielen drei Siege holte, inzwischen hat sich ein anderer Kölner zum Hoffnungsträger entwickelt. Einer, der dem Effzeh gefehlt hat. Einer, der Fußball-Deutschland etwas beweisen möchte. Simon Terodde.

Im Winter für zwei Millionen Euro aus Stuttgart geholt, hat Terodde in bislang zwei Ligaspielen für Köln schon drei Treffer erzielt. Mit vier Torschüssen. Das zeugt von einer beeindruckenden Effizienz. Und bringt eine Qualität in die Mannschaft, die den Kölnern in der Hinrunde so dermaßen abging, dass sie nach den ersten 17 Spielen der Saison mit der bitteren Bilanz von sechs Punkten und zehn Toren auf dem letzten Tabellenplatz standen.

Widersprüche und Chancentode

Noch unter Peter Stöger spielte die Mannschaft nicht einfach schlechten Fußball. Die vollkommen vergeigte Hinserie so zu erklären, wäre schlichtweg falsch. Viel mehr passte vieles nicht zusammen. Stögers Trainingssteuerung und die Dreifachbelastung zum Beispiel, glaubt man Armin Veh. Die Spielweise und die Ergebnisse könnte man ebenfalls nennen, spielte das Team doch eigentlich einen gepflegten Ball. Und schließlich die Torchancen mit der Ausbeute.

Vielleicht gehört das auch noch in diese Reihe der Widersprüche: Die Ablösesumme für Jhon Cordoba und seine Leistungen. Nach dem Abgang von Anthony Modeste im Sommer ließ der mittlerweile entlassene Manager Jörg Schmadtke lockere 17 Millionen Euro für den Kolumbianer vom FSV Mainz 05 springen. Cordoba sollte der neue Kölner Knipser werden. Und traf in acht Ligaspielen kein einziges Mal.

Sehrou Guirassy, der ihn danach in der Sturmspitze ersetzte, kam auf immerhin vier Tore in 13 Spielen. Wirklich bergauf ging es trotzdem nicht. Stattdessen vergab der Effzeh in vielen Spielen erst etliche Chancen, und gab anschließend Punkte ab. Unvergessen bleibt der Last-Minute-3:4-K.O. gegen Freiburg. Mit Terodde sind es jetzt die Kölner selbst, die spät treffen. So wie im Rheinderby gegen Gladbach, als er in der 90+5. Minute eine Rausch-Flanke (!) zum 2:1-Siegtreffer einnickte.