Warum sich tausende Fans für 50+1 einsetzen

»Der deutsche Fußball sollte sich lieber für europäische Regeln einsetzen«

Was würde sich denn ändern, wenn bei deinem Verein ein Investor einsteigt?
Einiges. Das Schöne ist, dass der SC Freiburg noch immer ein »eingetragener Verein« ist. Das wäre also eine Entscheidung, die bei den Mitgliedern liegt. Es ist doch toll, dass ich Fan eines Vereins bin, in dem ich mitbestimmen kann und der nicht von den Launen eines reichen Investors abhängig ist.

Gegner von 50+1 sagen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Teams leide unter der Regel.
Falls 50+1 fällt, heißt das nicht, dass deutsche Vereine international automatisch bessere Chancen haben werden, zumal dies nur einen kleinen Teil der 36 Proficlubs betrifft. Und klar, auch im internationalen Fußball läuft vieles falsch, dazu muss man nur nach England oder Paris schauen. Wir finden, der deutsche Fußball, DFB und DFL sollen sich lieber für europäische Regeln und die Einhaltung des »Financial Fairplay« einsetzen, anstatt mit noch mehr Geld irgendwie mithalten zu wollen.

Es gibt eurerseits gar keinen Spielraum für Diskussionen — auch wenn die DFL erst einmal nur »ein umfassendes Meinungsbild« einholen will?
Wir wollen ein klares Bekenntnis zu 50+1. Unsere große Unterstützerzahl von mittlerweile fast 3.000 Fanclubs und –gruppen zeigt, dass die Fans die Regel als rote Linie ansehen.

Woher kommt diese große Unterstützerschaft?
Da sind alle dabei — von Fanclubs, die auf der Haupttribüne sitzen, bis hin zu Ultra-Gruppen. Uns unterstützt diese breite Basis genau wie die Dachverbände wie »Unsere Kurve«, »Pro Fans« und »BAFF«. Wir haben damit gerechnet, dass es einen großen Zuspruch zur 50+1-Regel gibt, auch deshalb haben wir die Kampagne ins Leben gerufen. Nachdem sich hauptsächlich die Gegner der Regel positioniert hatten, wollten wir mit der gemeinsamen Erklärung der Fans auch die Basis zu Wort kommen lassen. Und das Feedback bestätigt uns.

Wie werdet ihr die Mitgliederversammlung der DFL am Donnerstag begleiten?
Wir haben vor, die Unterschriftenliste zu übergeben. Ob das aber schon morgen passieren wird, ist noch unklar.

Und wenn morgen entschieden wird, dass 50+1 bleibt?
Wir hoffen sehr, dass dann die Diskussion erst einmal vorbei ist. Nichtsdestotrotz gibt es immer mehr Akteure mit einem wirtschaftlichen Interesse im Sport, die versuchen Einfluss zu nehmen. Es wird also weiterhin so sein, dass Fans für den Fußball kämpfen müssen.