Warum sich Schalke unter Tedesco fußballerisch nicht weiterentwickelt

Rudy nur Bankdrücker

Wieder einmal wurde deutlich, in welchen Mannschaftsteilen Schalke schwächelt: Es fehlt ein Taktgeber im Mittelfeld, der aus der Tiefe das Spiel an sich reißt. Auch einen Achter oder Zehner, der die Mannschaftsteile verbindet, sucht man vergebens. Erneut musste Mark Uth als Zehner auflaufen. Der gelernte Stürmer hat ein gutes Timing beim Sprint hinter die Abwehr. Doch was nützt dies, wenn aus dem Sechser- oder Zehnerraum keine Zuspiele kommen?

Rudy nur Bankdrücker

Vor der Saison ruhten die Schalker Hoffnungen auf Sebastian Rudy. Gegen Freiburg saß der spielstarke Sechser abermals auf der Bank. Die Doppelsechs aus Omar Mascarell und Suat Serdar lieferte keine Impulse.

Schalkes großes Problem bleibt die Offensive. Bereits zum achten Mal in dieser Saison blieben sie ohne eigenes Tor. Nur 25 Tore gelangen Schalke in 22 Spielen. Die Schalker spielen sich wenige Chancen heraus, und die Chancen, die sie haben, nutzen sie nicht. Elf Schüsse braucht Schalke durchschnittlich pro Tor, Platz 14 in der Liga. Nur Abstiegskandidaten wie Stuttgart oder Hannover benötigen mehr Gelegenheiten für ein Tor. In dieser Statistik spiegelt sich auch die Verletztenmisere der Schalker im Sturm wieder: Das Fehlen von Stürmern wie Breel Embolo ist deutlich zu spüren.

Es ist bezeichnend, dass Schalke gegen Freiburg erst ins Spiel fand, als sie in Unterzahl waren. Kein Wunder: Waren sie gegen defensive Freiburger gezwungen, den Spielaufbau zu gestalten, konnten sie selbst nach der Pause aus einer stabilen 4-4-1-Defensive kontern. Ihr Ballbesitz-Anteil fiel von 55 Prozent in der ersten Halbzeit auf 35 Prozent in der zweiten Halbzeit. Je weniger Schalke den Ball hat, umso besser.

Schalkes Mauerfußball als Chance gegen City

Insofern gibt es vor Schalkes Champions-League-Duell mit Manchester City einen Hoffnungsschimmer: Gegen Pep Guardiolas Ballbesitz-Maschine darf Schalke das tun, was sie am Besten können: verteidigen.

In dieser Disziplin gehört Tedescos Elf noch immer zu den stärksten Bundesliga-Teams. Kaum eine Mannschaft vermag es, derart kompakt und geschlossen über den Platz zu verschieben wie die Schalker. Zudem fruchten Tedescos defensive Matchpläne in dieser Saison besser als seine offensiven. Davon zeugen Schalkes Leistzungen in der Champions League, in der sie die stärksten Saisonspiele gezeigt haben.

Gut möglich also, dass Schalke am Mittwochabend ein anderes Gesicht präsentiert als gegen Freiburg. Der neu verlegte Rasen sollte bis dahin im besten Zustand sein. Schließlich ist die Uefa der Grund, warum Schalke ihn neu verlegt hat. In der Königsklasse herrschen strenge Regeln. Ein Starensemble wie City dürfe schließlich nicht auf minderwertigem Grün spielen. Vielleicht kann Schalke die Citizens wenigstens mit einer Mauerdefensive etwas ärgern.