Warum sich Italiens Fußball nach dem nächsten Rassismuseklat dringend ändern muss

Was kann dem italienischen Fußball helfen?

Die Politik findet kein geeignetes Mittel gegen die rechtsradikalen Fans. Kollektivstrafen haben die aggressive Grundstimmung in den letzten Jahren nur verschärft. Vereinspräsidenten, die gegen den Abschaum in ihren Kurven vorgehen wollen, müssen sich fortan mit schusssicherer Weste bewegen.

Den Rechten ausgeliefert

Mit kollektivem Rassismus richtig umzugehen, das ist eine Mammutaufgabe. Vor allem in einem Fußballland, dessen scheidender Verbandspräsident einst von der Fifa gesperrt wurde, weil er meinte, dass afrikanische Spieler Bananen essen und italienischen Spielern den Platz in der Mannschaft wegnehmen würden. In einem Land, vor dessen Stadien noch immer rechte Gruppen ihren gedanklichen Müll auf Handzetteln verteilen dürfen. In einem Land, das noch immer keine Fanprojekte unterstützt, aber wie zuletzt bei Lazio Rom rechtsradikale Fans nach Anne-Frank-Witzen noch hofiert.

Was hilft also? Ein Spielerstreik? »Ich würde auf jeden Fall mitmachen. Ich wäre der erste, egal wo ich hingehe«, meinte Sulley Muntari dazu. Oder einfach weiterspielen und sich nicht einschüchtern lassen, so wie es Blaise Matuidi am Wochenende wieder tat.

Wen trifft es als Nächsten?

Es ist wahrscheinlich, dass der mediale Aufschrei mal wieder nicht lang anhalten wird. Aufschrecken, Solidarisieren, Weitermachen. So als wäre nichts gewesen. Bis zum nächsten Vorfall. Bis sich der Nächste die widerlichen Rufen anhören muss.

Vielleicht hilft es also nur, wenn alle Spieler, alle Trainer und alle Fans mit anderer Meinung endlich Farbe bekennen. This is my colour. Kommt endlich damit zurecht oder verlasst unser Stadion. Ansonsten werden wir es tun. Gemeinsam. Denn es ist längst genug.