Warum sich die spanischen Profis mit der Liga anlegen

Halt, Stop!

Die spanische Liga will künftig Spiele in den USA austragen. Die Abmachung ist nur das letzte Zeichen, dass die Fans und Spieler den Verantwortlichen egal sind. Die Kapitäne der Vereine planen nun den Aufstand.

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Heute treffen sich in Madrid die Familienoberhäupter. Lionel Messi, Sergio Ramos, Diego Godín und die 17 anderen Kapitäne der spanischen Erstliga-Teams versammeln sich in der Zentrale der Spielergewerkschaft, Asociación de Fútbolistas Españoles (AFE), vereinen ihre Kräfte, um gegen einen Feind zu demonstrieren, der sich jahrelang als Verbündeter ausgegeben hatte: die spanische Liga. In den vergangen Jahren hat sich LaLiga immer weiter von ihren wichtigsten Protagonisten entfernt. Es war ein langsamer Prozess, der am vergangenen Donnerstag seinen vorläufigen Höhepunkt fand und den Konflikt zwischen Verband und Spielern eskalieren ließ.

LaLiga unterzeichnete einen Vertrag mit dem US-amerikanischen Sportvermarkter Relevent und gab bekannt, dass »die wichtigste Liga der Welt, mit den besten Vereinen und Spielern von internationalem Ruf«, ab sofort, für die nächsten 15 Jahre, pro Saison ein Spiel in den USA ausgetragen werde. Darauf reagierte die AFE umgehend und attackierte die Spanische Liga deutlich.

»Fußballer sind keine Währung«

David Aganzo, der Präsident der AFE, sagt: »Die Gewerkschaft protestiert vehement gegen diese Abmachung. LaLiga setzt sich, wie gewöhnlich, über die Meinung der Spieler hinweg und ist nur an ihrem eigenen Vorteil interessiert, ohne sich um die Gesundheit und das Wohlergehen der Spieler und noch weniger um die Gefühle der Fans zu kümmern.«  

Die Gewerkschaft möchte nicht akzeptieren, dass mitten in der Spielzeit zwei Mannschaften, neben allen zusätzlichen Belastungen in europäischen Wettbewerben und Länderspielen, in die USA fliegen, mehrere Stunden Zeitunterschied verkraften und ein Spiel vor komplett fremder Kulisse spielen sollen. »Ein Fußballer ist keine Währung, die man in Geschäften einsetzten kann, die nur Dritten etwas helfen«, sagt Aganzo.