Warum sich der DFB das Cottbus-Nazi-Urteil genauer anschaut

Warum sich in Cottbus dringend etwas ändern muss

Nur zum Vergleich: Während in der Begründung des Urteils gegen den SV Babelsberg von einer »Inaugenscheinnahme der TV-Bilder«, die das Rufen von »Nazischweine raus« verifizieren, gesprochen wird, haben die gleichen Personen auf den gleichen TV-Bildern die zahlreichen Hitlergrüße der Energie-Fans scheinbar übersehen (was ja passieren kann, wenn der Vorwurf mancher Beobachter stimmen würde, dass die Richter auf dem rechten Augen blind seien). Hierzu benötigte es ein zweites Verfahren - das es aus juristischen Gründen nicht hätten geben dürfen und nun einkassiert wurde.

Keine Chance für Babelsberg

Während ein Berufungsantrag des SV Babelsberg aufgrund einer einzelnen fehlenden Unterschrift abgelehnt wurde (>>> 11FREUNDE berichtete), war der NOFV nun parallel gezwungen, die Bestrafung der Cottbuser aufzuheben.

»Wir haben keine Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Entscheidung«, sagt FCE-Präsident Wahlich. Und das mag aus rechtswissenschaftlicher Sicht stimmen. Moralisch setzt es jedoch ein gravierendes und falsches Signal. Eines, das auch dem DFB nicht gefällt. Vizepräsident Rainer Koch reagierte sofort: »Wir haben erhebliche Bedenken an der Rechtmäßigkeit der Entscheidung des NOFV-Verbandsgerichts. Daher habe ich den DFB-Kontrollausschuss gebeten, diesen Fall eingehend zu prüfen und gegebenenfalls Revision beim DFB-Bundesgericht einzulegen.«

Dien nächsten Nazi-Parolen aus Cottbus

Die Hoffnung besteht, dass die DFB-Satzung, die sich klar gegen Rassismus und Diskriminierung ausspricht, über der Verfahrensentscheidung stehen könnte.

Denn auch wenn der Verein die politische Gesinnung seiner Fans am Stadiontor nicht kontrollieren kann, ein Nazi-Problem hat Energie Cottbus allemal. Am übernächsten Wochenende wird der Regionalligist auf Chemie Leipzig treffen. Die Facebook-Gruppe »FC Energie Cottbus - Fans gegen Zecken« kündigte dieser Tage an: »Cottbus ist bereit, wir machen Leutzsch (Stadtteil von Leipzig und Heimat von Chemie, d. Red.) wieder deutsch!« Der Verein hatte bereits im Vorfeld angekündigt, nach den Vorkommnissen der Vergangenheit die Tickets für das Spiel nur an Mitglieder zu verkaufen. Dazu erklärte der Verein: » Es ist zu vermuten, dass sich Störer – die eben keine Vereinsmitglieder sind - unter das Publikum mischen und das Spiel als Bühne für ihre unsportlichen Aktivitäten nutzen wollen.«

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Wir haben den Artikel am 17.01. mit einer Reaktion des Vereins ergänzt. Wer sich über den Widerstand gegen Rechtsextremismus in Cottbus' Kurven informieren möchte, kann dies u.a. auf der Seite »FC Energie Cottbus - Fans gegen Nazis!« tun. 

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