Warum Schalke das Revierderby gewann

Das sind die Schalker Lebensversicherungen

3. Die Schalker Stärken zeigen sich nach der Pause - und die Dortmunder Schwächen
Mit dem Problem, das eigene Ballbesitzspiel vor das gegnerische Tor zu tragen, ist Schalke nicht allein. Auch Dortmund hat seine liebe Mühe, aus dem Spiel heraus Chancen zu kreieren. Dies zeigte sich nach der Pause. Schalke zog sich nun öfter in eine kompakte 5-3-2-Ordnung zurück, überließ Dortmund den Ball. Das Schalker Ziel war es, den Ball auf die Dortmunder Außenverteidiger zu lenken und dort zuzuschlagen.

Hier zeigte sich der Unterschied zwischen Schalke und Dortmund: Während Schalke sich in der ersten Halbzeit nie in die Dortmunder Pressingfallen locken ließ, agierte Dortmund weniger umsichtig. Schalke erzielte nach einer mustergültigen Balleroberung gegen Marcel Schmelzer den Führungstreffer (50.). Später ging dem Freistoß-Tor von Naldo ebenfalls ein Konter nach einem Ballgewinn voraus (82.). Dortmund hatte im Spielaufbau nicht mehr Ideen als Schalke – sie machten aber mehr Fehler.

4. Naldo und Caligiuri sind Schalkes Lebensversicherungen
Die wechselwilligen Leon Goretzka und Max Meyer waren in dieser Saison Dauerthemen auf Schalke. Die wahren Schalker Leistungsträger in diesem Jahr sind jedoch zwei andere Spieler: Naldo und Daniel Caligiuri stehen praktisch immer auf dem Platz, und sie zeigen praktisch immer eine makellose Leistung.

So auch im Derby. Kein Spieler klärte mehr Bälle als der zentrale Verteidiger Naldo (zwölf, doppelt so viele wie der zweitbeste Defensivspieler Sokratis mit sechs). Naldo war maßgeblich verantwortlich, dass Dortmunds verzweifelnd wirkende Flankenversuche nie einen Abnehmer fanden. Caligiuri wiederum glänzte im Pressing. Seine Balleroberung leitete den Führungstreffer ein. Auch sonst hielt er seine rechte Seite sauber.

5. Schalke steht zurecht auf Rang zwei
Viel wurde in dieser Saison diskutiert über das Niveau der Bundesliga. Viele Spiele seien langweilig, unansehnlich und geprägt von Defensivtaktik. Nur wenige Teams können einen Gegner mit spielerischen Mitteln bezwingen. Das alles stimmt. Nicht umsonst ist die Torquote mit durchschnittlich 2,7 Toren pro Spiel so niedrig wie seit 2003 nicht mehr.

Insofern ist es passend, dass Schalke aktuell das zweitbeste Team dieser Liga ist. Kein Team verteidigt so gewissenhaft wie die Königsblauen. Domenico Tedesco hat stets die passenden Defensivpläne parat, um die Stärken des Gegners zu kontern. Zugleich schaltet Schalke blitzschnell um. Mit diesen Stärken passt Schalke zum Zeitgeist der Liga – und steht völlig zurecht auf dem zweiten Rang.