Warum Pirmasens besonders hart von der Relegation getroffen wurde

Die Klub ist die ärmste Sau

Die Relegation für die dritte Liga ist schwachsinnig - so viel sollte längst klar sein. Wie schwachsinnig allerdings, zeigt sich jetzt am Beispiel des FK Pirmasens. Die erste Mannschaft steigt nach starker Saison als Sechstletzter ab. Und die U23 sogar als Tabellenachter.

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Eigentlich könnte der FK Pirmasens Fußballfans außerhalb von Pirmasens am Allerwertesten vorbeigehen. Kleine Stadt, Benjamin Auer der »größte« Name der jüngeren Vereinsgeschichte, dreistelliger Zuschauerschnitt (900-irgendwas), Tabellenvierzehnter der Regionalliga Südwest. Sexy klingt das nicht. Es klingt sogar ziemlich langweilig. Wenn da nicht die Sache mit der Relegation wäre. Denn der Tabellenvierzehnte der Regionalliga Südwest ist abgestiegen. Als Sechsletzter. Mit 42 Punkten.

»Wie es in den letzten Wochen für uns lief, ist sehr, sehr dramatisch«, sagt Karsten Volberg, Präsident des pfälzischen Klubs, der in der Region liebevoll »die Klub« genannt wird. Was er genau mit dem Wort dramatisch meint? Weil mit den zweiten Mannschaften von Mainz und dem FSV Frankfurt zwei Drittliga-Absteiger in die Regionalliga Südwest abrutschen und mit Elversberg und Waldhof Mannheim gleichzeitig beide Südwest-Vertreter an der Relegation für die Dritte Liga scheiterten, steigen in diesem Jahr sechs Vereine aus der Regionalliga Südwest ab.

Neben großen, finanzkräftigen Teams wie Kaiserslautern, Eintracht Trier und Homburg trifft es also auch den FK Pirmasens. Trotz zwei Siegen zum Saisonende. Trotz einer für die eigenen Verhältnisse mehr als ordentlichen Saison.



»Ein Meister muss immer aufsteigen«

Natürlich sei von Anfang an bekannt gewesen, dass es sechs Absteiger geben könnte, sagt Volberg. »In der Spielordnung, die man vor der Saison unterschreiben muss, gibt es auch ein Tableau, in dem alle möglichen Szenarien beschrieben werden.« Insofern müsse man den Abstieg sportlich nehmen. Aber: Auch in Pirmasens wissen die Verantwortlichen, dass der Klub in diesem Jahr Opfer eines vermaledeiten Systems ist. Oder wie Volberg es auf den Punkt bringt: »Ein Meister muss immer aufsteigen. Alles andere ist ein No-Go.«

Ein No-Go, das seit Jahren Realität ist. Aus den fünf Regionalligen, die es derzeit gibt, müssen selbst die Meister in die Relegation. In den letzten drei Jahren hieß das für die Meister der Regionalliga Südwest jeweils: Pustekuchen. Weder Kickers Offenbach, noch Waldhof Mannheim oder in diesem Jahr Elversberg wurden am Ende für eine starke Saison belohnt. Stattdessen noch ein Jahr Regionalliga. Und die immer kleiner werdende Hoffnung, es doch noch irgendwie durchs Nadelöhr in den rentablen Profifußball zu schaffen.