Warum Pascal Groß so wichtig für den FC Ingolstadt ist

Simples Spielsystem mit großem Effekt

Als offensiver Sechser – und somit genaugenommen eher ein Achter mit der Zehn auf dem Rücken – ist er für die Spielgestaltung der Ingolstädter zuständig. In der Aufstiegssaison spielte Groß 22 Assists. Der absolute Topwert der 2. Bundesliga.

Und auch in der Bundesliga spielt Groß pro Partie drei Schlüsselpässe – Ligaspitze. Dabei hat Ingolstadt im Oberhaus seltener Gelegenheit bis vor das Tor des Gegners zu spielen und mit einem entscheidenden Pass den freien Mann im Strafraum zu suchen. Trotzdem konzentriert sich jetzt alles noch früher auf Groß, dessen 1745 Ballkontakte fast nur von Bayern- und BVB-Spielern übertroffen werden.

Ein riskantes Spiel

Zu beobachten ist, dass bei eigenem Ballbesitz der Pass frühzeitig zu Groß kommt, dessen Gespür für den freien Raum von seinen Mitspielern als sensationell angesehen wird.

Er hält sich dort auf, wo er sich wohlfühlt. In dieser Saison versucht Ingolstadt vor allem über lange Bälle, die Ingolstadts Nummer Zehn aus dem Halbfeld spielt, möglichst große Strecken schnell zu überwinden und für Torgefahr, notfalls nur für Pressingsituationen, zu sorgen. Ein riskantes Spiel, weshalb Groß auch die Wertetabelle der meisten Ballverluste aller Spieler anführt. Das Spielsystem ist simpel, es funktioniert nicht immer, aber es ist eben auch höchsteffektiv.

Wie viel Vertrauen und Freiraum der FCI seinem Spielmacher schenkt, wird jedoch erst beim Blick auf eine andere Statistik deutlich. Keine andere Mannschaft benötigte in der Hinrunde mehr Torschüsse (18,09) um ein Tor zu erzielen. Zum Vergleich: Borussia Dortmund und Hertha BSC benötigen circa sechs Schüsse.

Wirklich haarsträubend fällt dieser Wert für Groß aus. 40 Mal schoss er in der Hinrunde aufs Tor. Einmal traf er. Dahinter folgen mit weitem Abstand Hakan Calhanoglu (22 Schüsse pro Tor) und Douglas Costa (19,5). Leverkusens Chicharito benötigt nur 3,4 Versuche für einen Torerfolg. Hasenhüttl lässt ihn gewähren. Der Trainer weiß, was er davon hat.

Mehr abseitige Statistiken der Hinrunde auf Spielverlagerung.de >>

Wie es möglich ist, dass Groß auf der einen Seite die langen Pässe spielt und auf der anderen Seite die meisten Schüsse aller Schanzer pro Partie hat? Es ist seine enorme Laufleistung. 270,88 Kilometer lief er in dieser Saison bisher. Vladimir Darida, noch so ein Dauerläufer, kam auf 289,71. Beide gehören damit natürlich zur Ligaspitze. Auch deshalb war Groß in der Hinrunde an über der Hälfte aller Ingolstädter Chancen beteiligt.

Dort, wo er sich wohlfühlt

Bis 2018 läuft der Vertrag des Ingolstädter Spielmachers. Sicher ist, dass auch andere Vereine die Werte des 23-Jährigen kennen. Fraglich, ob Groß überhaupt gehen würde. »Herr Hasenhüttl hat aus uns eine Mannschaft geformt, die Großes erreichen kann. Mit ihm zu arbeiten macht viel Spaß und er war auch ein ganz entscheidender Faktor, dass ich meinen Vertrag beim FCI verlängert habe« sagte Pascal Groß. Er ist halt gerne dort, wo er sich wohlfühlt.

Vor jedem Spieltag stellen wir euch einen Bundesligaspieler vor, der nicht immer im Rampenlicht steht und trotzdem eine entscheidende Rolle für seine Mannschaft spielt. Ob wir damit tatsächlich Recht behalten, seht ihr heute ab 15 Uhr in unserer großen Bundesliga-Konferenz auf www.konferenz.11freunde.de.