Warum Nils Petersen im Pokal über seinen Vater stolpern könnte

Willkommen bei den Petersens

Sein Vater ist die wichtigste Bezugsperson für Stürmer Nils Petersen, sie telefonieren täglich. Andreas weiß alles über seinen Sohn - und vieles über dessen Mitspieler. Kann er sein Wissen für eine Pokalsensation nutzen?

imago

An einem Sonntag im April 1994 sitzen im sachsen-anhaltischen Hasserode, einem Stadtteil von Wernigerode, ein dicker Bub und sein Vater vor dem Fernseher und schauen Fußball. In den USA findet die Fußballweltmeisterschaft statt, im Viertelfinale spielt Deutschland gegen Bulgarien. Lothar Matthäus hat gerade einen Elfmeter rechts unten ins Tor geschossen, Deutschland führt. Der Bub jubelt. 

Dann passiert das Unfassbare. In der 76. Minute nagelt zunächst Hristo Stoitchkov einen Freistoß mit gehörigem Tempo ins deutsche Tor, ehe nur zwei Minuten später Yordan Letchkow mit einen Flugkopfball das Spiel entscheidet. 2:1, Deutschland ist raus. Der dicke Bub weint, dass es ihn schüttelt.

»Ich tröstete ihn und dachte nur: Der Junge ist fanatisch«, sagt sein Vater heute.

Wenn Nils und Andreas Petersen am Samstag im DFB-Pokal aufeinander treffen, Nils als Stürmer des SC Freiburg, Andreas als Trainer des VfB Germania Halberstadt, dann spielt da einerseits ein Sohn gegen seinen Vater, berühren sich für zwei Menschen Vergangenheit und Zukunft. Andererseitsspielt da aber auch ein Trainer gegen eine Mannschaft, über die er alles weiß - aus Hunderten Telefonaten mit seinem Sohn.

Ein Leben für den runden Ball

Damals, als Nils noch ein kleiner Junge war, ordneten sie ihre Leben schon dem Fußball unter. Kein Tag verging, an dem Nils nicht gegen irgendeinen Ball kickte, der Vater zuschaute und sich dachte: Der Junge kann was.

Freitags, so erzählte es Nils mal im Interview mit der Badischen Zeitung, schauten er und sein Vater gemeinsam die Spiele von Nils älterer Schwester Norma. Samstags schlich Nils sich morgens ans Bett seines Vaters und holte sich Tipps für sein Spiel. Oft konnte Papa nicht dabei sein, wenn Nils spielte - er leitete zeitgleich das Abschlusstraining des FC Einheit Wernigerode. Am Sonntag dann fuhren Nils und sein Vater zu den Spielen der ersten Mannschaft: Nils auf der Rückbank, fragend:

Papa, wer ist der beste Spieler der Welt?

Papa, wer ist französischer Meister?

Papa, warum, ist Deutschland bei der WM ausgeschieden?

Papa Petersen antwortete geduldig, bald wusste der kleine Nils mehr als er selbst. Erste Liga, zweite, dritte - Nils kannte Namen und Zahlen. »Er hätte bei Wetten Dass? auftreten können mit seinem Fußballwissen«, sagt Andreas.

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