Warum Neven Subotic Borussia Dortmund sehr fehlen wird

Alles ging schief

Als er 2008 in Dortmund anheuerte, träumte er davon einmal international zu spielen und »ein Spieler wie John Terry zu werden.« Der, so Subotic, könne »immer wieder Akzente setzen« und »seine Mitspieler mitreißen.« Vier Jahre später stand er vor Arjen Robben, verzog sein Gesicht und brüllte den Bayern an. Der hatte gerade einen Elfmeter verschossen. Dortmund war Meister. Subotic war ein Typ wie John Terry, auf der Höhe seiner Karriere. Er war einer der prägenden Spieler der Klopp-Ära. Er war emotional, fannah, kämpferisch. Er gab nie auf. Er grätschte in Wembley einen Ball von der Linie. Danach verschwand er. Ein Kreuzbandriss in Wolfsburg, die harte Reha, noch einmal die Runde unter seinem Mentor Klopp.

Unter Tuchel fand er nicht mehr statt. Seine Eigenschaften waren nicht mehr gefragt. Er wurde ein Europa League-Spieler, immer wieder von kleineren Blessuren zurückgeworfen. Im April eine Thrombose im Arm, ein geplatzter Transfer nach England, eine Rippenoperation.

Die Rote Erde stand Kopf

Sein Comeback im November ist Sinnbild für das komplette Jahr. Die Amas spielten gegen Rödinghausen. Alles ging schief. Motorschaden, die Fußballschuhe eine Nummer zu klein. Aber das alles zählte nicht mehr. Er war jetzt wieder auf dem Platz, in seinem eigenen Disneyland. »Jeder Akt ist einfach geil. Jeder Zweikampf, jeder Pass, jeder lange Lauf.« Einmal breitet er seine Arme aus, und rennt davon. Er jubelte, wie nur er jubelt. Da hatte er gerade das 1:0 erzielt. Die Rote Erde stand Kopf.

Subotic war das »echt« in echte Liebe. Mit dem Weltenbummler verschwindet der letzte Eckpfeiler der großen Meistermannschaft. Aus sportlicher Sicht war er längst eine Altlast. Menschlich wird er fehlen. Es wird dauern, doch die Wunden werden verheilen. 


»Ich möchte Euch heute ganz persönlich eine schöne Mitteilung übertragen«, sagte der leidenschaftliche Pulloverträger Subotic in seinem Abschiedsgruß an die Dortmunder Fans. Endlich kann er wieder Fußball spielen. Dortmund, sagt er, werde ihn immer im Herzen behalten, und er Dortmund. Jetzt aber ist er Kölner. Dort können sie sich freuen: Auf den Menschen Subotic und endlich auch wieder auf den Fußballer.