Warum Max Kruse so wichtig für Werder Bremen ist

Herr Kruse läuft an

Für Werder Bremen scheint Max Kruse das Puzzleteil zu sein, das der Mannschaft lange fehlte. Doch kann der Unangepasste durch seine Leistungen alte Geschichten vergessen machen?

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Wie in jedem Sommer üblich tingeln die Mittelklassevereine der Bundesliga vor dem Saisonstart über die Dörfer der Republik. Sie nennen es »den letzten Schliff holen«, sie machen es um »die eigene Marke zu stärken.« Und so gastierte auch Werder Bremen in diesem Jahr in der nördlichen Provinz und spielte gegen einen ordentlichen Regionalligisten. 2:0 endete das Testspiel und Noch-Trainer Viktor Skripnik dürfte mit zwei Bemerkungen auf dem Notizzettel in die Kabine gegangen sein.

1.) Diese Viererkette ist einer Bundesligamannschaft nicht würdig.
2.) Max Kruse dürfte unser wichtigster Spieler werden.

Über die Bremer Viererkette soll an dieser Stelle kein unnötiges Wort verloren werden. Die Missgeschicke eben dieser könnten ganze Bücher füllen und auch an diesem Sommerabend waren Kapitel darunter, die wirklich betroffen machten. Max Kruse hingegen verlebte eine gute erste Halbzeit. Danach wurde er ausgewechselt. Als Zehner sprintete er die gegnerischen Verteidiger bis dahin pausenlos im höchsten Tempo an, wirkte überdurchschnittlich fit und war folglich Dreh- und Angelpunkt des Bremer Spiels.

Pause von Ende August bis Anfang November

Zwei Wochen später, bei der 1:2-Niederlage im Pokal gegen Lotte, verletzte sich Kruse am Außenband. Und fiel fast drei Monate aus.

Als er wieder da war, hatte sich bei Werder einiges geändert: Anstelle von Victor Skripnik hatte Alexander Nouri die Leitung übernommen, mit Serge Gnabry war, vermutlich auch als Reaktion auf die Verletzung von Max Kruse, ein neuer Offensivspieler mit durschlagender Wirkung zum Team gestoßen. Immerhin: An der Viererkette hatte sich substantiell wenig verändert.

Risiko?

Mit der Rückkehr von Kruse waren die Hanseaten ein Risiko eingegangen. Schließlich hatte es der Stürmer durch mehrere Aktionen abseits des Platzes im gleichen Kalenderjahr geschafft, seinen Status von »kommender Nationalführungsspieler« auf »ehemaliger Nationalspieler ohne Chancen auf weitere Berufungen« umzustellen.