Warum Marwin Hitz so wichtig für den FC Augsburg ist

Der Saubermann

Offensiv taumelt der FC Augsburg mal wieder durch die Bundesliga. Dass der Verein nicht auf einem Abstiegsplatz steht, hat er seiner resoluten Defensivarbeit zu verdanken. Und Torwart Marwin Hitz.

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Vor jedem Spieltag stellen wir euch einen Bundesligaspieler vor, der nicht immer im Rampenlicht steht und trotzdem eine entscheidende Rolle für seine Mannschaft spielt. Ob wir damit tatsächlich Recht behalten, seht ihr heute abend ab 19.30 Uhr in unserer großen Bundesliga-Konferenz auf www.konferenz.11freunde.de.

Ende November hatte Marwin Hitz eine Privatvorstellung gebucht. Ein Pfeifkonzert in Köln. Denn am Rhein hatte man nicht vergessen, wie sich der Augsburger Keeper vor einem Jahr aufführte als Schiedsrichter Daniel Siebert auf einen unberechtigten Strafstoß entschieden hatte. Mit der Eleganz eines Balletttänzers und der Wucht eines Asphaltfräsers zerstörte Hitz vor der Ausführung den Elfmeterpunkt. Kölns Modeste verlor ein wenig das Gleichgewicht – und schoss in die Arme des FCA-Keepers. Augsburg gewann 1:0.

 

Natürlich verliefen die Meinungen zu dieser Aktion auf dem wackligen Grat zwischen »grober Unsportlichtkeit«, »Psychologietrick« und »Zeugnis des unbedingten Siegeswillens«. Für Marwin Hitz endete die Aktion mit drei Punkten, einer Spende an eine Kinderklinik in Köln und einem Pfeifkonzert beim Wiedersehen.

 

Weiße Weste

 

Den Augsburger Torwart beeindruckte das nicht. Er hielt seinen Kasten sauber. Der FC Augsburg spielte damit zum dritten Mal in der Saison 0:0 und mal wieder den torärmsten Fußball der Liga.

 

In sechs von 15 Spielen verließ Marwin Hitz den Platz ohne Gegentor. Nur Manuel Neuer gelang das häufiger (sieben Spiele). Frankfurts Lukas Hradecky (ebenfalls sechs) sowie Peter Gulasci (Leipzig), Oliver Baumann (Hoffenheim) und Rune Jarstein (Hertha BSC) mit fünf Spielen ohne Gegentor führen die Liste an. Mit einem Unterschied: Abgesehen von Hitz gehören alle Torhüter zu Vereinen des oberen Tabellendrittels.  

 

Fünf Kilo Übergewicht

Seit 2013 hütet der Schweizer das Tor der Schwaben. Er kam vom VfL Wolfsburg, wo er hinter Diego Benaglio nie eine ernsthafte Rolle gespielt hatte. Dorthin hatte ihn noch Felix Magath gelotst, der ihn erst nicht haben wollte. »Felix hat zu mir gesagt, der hat ja fünf Kilo Übergewicht, den kann ich nicht gebrauchen. Dann kam eine kurze Pause, dann hat er gesagt: Ich nehm’ ihn, den bring’ ich hin«, erinnerte sich sein ehemaliger Berater Wolfgang Vöge – Ex-Profi von Bayer 04 Leverkusen und Borussia Dortmund.