Warum Martin Hinteregger in Augsburg der Chef ist

Drei Tore für fünf Punkte

Mit seinem starken linken Fuß leitet er seitdem die Angriffe der Augsburger ein, defensiv verhilft sein Stellungsspiel und sein enormes Tempo der Truppe oft aus dem Schlamassel. Darüber hinaus ist seine Präsenz in der Luft im eigenen Strafraum von enormer Bedeutung. Und: Er weiß sich, trotz seiner »nur« 1,84 m, auch im gegnerischen Strafraum zu helfen. Ohne seine drei Saisontreffer (außer dem Tor aus dem Spiel heraus gegen Leipzig traf er zweimal per Kopf nach Eckbällen) hätten die Bayern satte fünf Punkte weniger auf dem Konto und wohl keine realistische Chance mehr auf den Klassenerhalt. 

Und so ist er in einer Saison, die für Augsburg alles andere als nach Plan verläuft, einer der wenigen Lichtblicke. Auch, wenn bei dem 24jährigen längst nicht alles perfekt ist. Gegen flinke Stürmer kommt er im Zweikampf manchmal etwas hölzern daher, kleinere und selten auch größere Unkonzentriertheiten konnte er auch in diesem Jahr nie ganz abstellen. Aber: entgegen der in Österreich noch immer gängigen Meinung geht Hinteregger in Sachen Einsatz und Willen in Augsburg mittlerweile voran.

Zu Hause ein Problemprofi

»Ich habe richtig viel Scheiße gebaut«, gab er einst zu Protokoll. Abgehoben sei er als junger Kerl gewesen, zu gut habe ihm das Rampenlicht gefallen. Weswegen er in seiner Heimat schnell als Problemprofi galt. Ein Image, dass sich auch als Stammkraft in der Nationalmannschaft nicht so schnell abstreifen lässt. Und ein Image, dass so gar nicht zu seinem Auftreten in Augsburg passen mag.

Dort ist abseits des Platzes höchstens sein Hobby auffällig: Der junge Mann geht gerne auf die Jagd. So gerne, dass er mal ein paar Patronen in seinem Rucksack vergaß und beim Sicherheitscheck am Flughafen für einigermaßen besorgte Gesichter des Personals sorgte. In Augsburg dagegen dürften sie  über einen angriffslustigen Hinteregger nicht sonderlich traurig sein.

Vor dem Spiel in Frankfurt steht die Mannschaft mit 32 Punkten auf dem Relegationsplatz, im Fünfkampf gegen Ingolstadt, Mainz, den HSV und Wolfsburg könnte am Ende jeder Punkt entscheidend sein. Weshalb es vielleicht schon am Samstag wieder Zeit wird, dass der Abwehchef mitten im Spiel einfach mit nach vorne sprintet.