Warum Mark Uth für Hoffenheim so wichtig ist

Zweite Chance in der Bundesliga

Trotz vieler Kurzeinsätze trifft Uth, bekommt in der Rückrunde mehr Einsatzzeiten und kommt auf insgesamt acht Tore – genauso viel wie Volland. Der wechselt nach der Saison nach Leverkusen, der Weg zum Stammstürmer ist frei für Uth. Aber nur kurz, dann verpflichtet Hoffenheim mit Sandro Wagner den selbsternannten besten deutschen Stürmer. Und Uth muss auf Rechtsaußen oder gar auf die Ersatzbank ausweichen.

Aber das ist eben auch seine Stärke. Uth kann aus der Tiefe kommen, ob er seinen Kollegen auflegt oder mit seinem starken Schuss selbst den Abschluss sucht, ist dann eigentlich egal. Denn erfolgreich ist beides. Bis Uth sich ein Muskelbündel reißt. Sechs Spiele Pause, dann fünf Scorerpunkte in acht Spielen nach dem Comeback. Bis er vom nächsten Riss gestoppt wird. Diesmal im Knochen. Für den Rest der Saison kommt Uth hauptsächlich von der Bank.


Köln will ihn in diesem Sommer trotzdem haben. Und er will angeblich nach Köln. Uth träume davon, in seiner Heimatstadt so berühmt zu werden, wie Lukas Podolski, schreibt BILD. Aber Julian Nagelsmann hat andere Pläne für ihn. »Da müssen sich die Kölner leider einen anderen Stürmer suchen«, sagt er bei der 11FREUNDE-Meisterfeier, ausgerechnet in Köln.


Stammspieler statt Fehleinkauf


Und Nagelsmann hatte offensichtlich gute Gründe. In dieser Saison ist der sowieso schon zuverlässige Uth nochmal explodiert, auch, weil er häufiger als Mittelstürmer ran darf. In dieser Position lässt er sich gerne fallen, holt sich die Bälle ab, um dann entweder mit seinem starken Antritt Richtung Tor zu ziehen oder ihn weiter zu verteilen, um sich mit punktgenauem Stellungsspiel selbst in Position zu bringen.


Er trifft in beiden Quali-Partien zur Champions League gegen den FC Liverpool, wo auch sein Idol Fernando Torres spielte – »als er noch gut war« – und am zweiten Spieltag in Leverkusen. Das Highlight folgt in der dritten Woche. Gegen den FC Bayern macht Uth gleich zwei Buden, erst wunderschön mit dem Außenrist ins kurze Eck, dann eiskalt aus elf Metern mit der Innenseite. Sandro Wagner mag vielleicht der beste deutsche Stürmer sein. Mit mittlerweile fünf Scorerpunkten aus sechs Spielen heißt der treffsicherste allerdings Mark Uth. 


Sein Trainer lobt ihn für seine Kaltschnäuzigkeit, statt Fehleinkauf ist Uth jetzt Stammspieler. Und während man beim Tabellenletzten in Köln einen wie ihn gerade gut gebrauchen könnte, freut man sich im Kraichgau über die Entenhaftigkeit der Sommer-Gerüchte. Denn angeblich war Mark Uth ja schon weg. Jetzt ist er für Hoffenheim so »da« wie noch nie – und könnte heute gegen Kölns Keller-Konkurrenten SC Freiburg gleich mal nachlegen.