Warum Marco Fabian für Eintracht Frankfurt so wichtig wurde

Frankfurter Jung

Neun Monate benötigte Marco Fabian, um in der Bundesliga anzukommen. Dank weniger Gewicht und mehr Spielzeit wurde der Mexikaner zum Puzzleteil des Frankfurter Erfolgs.

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Vor jedem Spieltag stellen wir euch einen Bundesligaspieler vor, der nicht immer im Rampenlicht steht und trotzdem eine entscheidende Rolle für seine Mannschaft spielt. Ob wir damit tatsächlich Recht behalten, seht ihr samstags ab 15 Uhr in unserer großen Bundesliga-Konferenz auf www.konferenz.11freunde.de.

Kreative Songs aus dem Block sind fast immer gut. Man findet sie seltener in der Bundesliga als in England. Trotzdem: In Frankfurt erschallte vor acht Jahren eine besonders eingängige Melodie: »Salat für Caio, Schnitzel für uns – wir sind alle Frankfurter Jungs«, besangen die Ultras ihren Mittelfeldregisseur Caio, der es mit sechs Kilo Übergewicht und einem kleinen Fässchen unter dem angespannten T-Shirt in die Sommervorbereitung geschafft hatte.

 

Als Marco Fabian in diesem Sommer auf den Trainingsplatz schritt, fühlte man sich unweigerlich an diesen Frankfurter Gassenhauer zurückerinnert. »Salat für Marco,...« - auch das ging ins Ohr. Und die Problemzone stach wohl auch Cheftrainer Niko Kovac in die Augen. Seit einem halben Jahr war der mexikanische Nationalspieler in Frankfurt und drohte dort zum Edelreservisten zu verkommen. Tolle Anlagen, keine Frage. Aber körperlich nicht bereit für 90 Minuten Bundesliga.

 

Mehr Disziplin, bitte!

 

Keine guten Voraussetzungen, wenn die Kovac-Brüder entscheiden, wer auf dem Platz stehen. Jene Trainer, die vor der Saison im 11FREUNDE-Interview als wichtigste Eigenschaft »Ordnung und Disziplin« ausriefen. Und auch sonst gerne damit kokettieren, dass sie beim Fußball in den Krieg ziehen.

 

Wie erwartet saß Marco Fabian also auch zum Saisonstart auf der Bank. Musste sich das 1:0 gegen Schalke und das 0:1 in Darmstadt ohne eigenen Einsatz anschauen. Aber wer ihn betrachtete, stellte bereits einen Unterschied fest. Fabian wirkte fitter und gesünder, ganz so als hätte ihn die Frankfurter Athletikabteilung auf Trab gebracht. Und er lauerte auf seine Chance.

 

Mit aller Macht in die Startelf

 

Nur eine Woche später - gegen Bayer 04 Leverkusen – sollte sie schon kommen. Mit aller Macht habe es Fabian in die Startelf gezogen, beschrieb Niko Kovac die Entscheidung auf den Mexikaner zu setzen. Der zahlte zurück: Mit einer feinen Vorarbeit auf Alexander Meier zum 1:0 und dem entscheidenden Tor zum 2:1-Endstand. Seinem ersten Bundesligator. Nach neun Monaten in Frankfurt.

Für 3,7 Millionen Euro hatte ihn die abstiegsbedrohte Eintracht von Deportivo Guadalajara geholt. Ein letztes Vermächtnis des scheidenden Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen. Armin Veh wollten ihn unbedingt holen, brachte ihn auf dem Trainingsplatz aber nie in Form. Dabei lasen sich die Zahlen gut, hatte der 27-Jährige doch in 232 Spielen für seinen Ex-Klub immerhin 57 Tore geschossen und weitere 36 Treffer aufgelegt. Ein gestandener Spieler, mit dem die Kovac-Brüder bei Amtsübernahme wirklich gar nichts anfangen konnten.