Warum Marcel Schmelzer so wichtig für Dortmund ist

Der Asket

Als Jürgen Klopp BVB-Trainer war, beackerte Marcel Schmelzer die linke Außenbahn. Unter Thomas Tuchel macht er das auch – und spielt außerdem die Saison seines Lebens.

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Vor jedem Spieltag stellen wir euch einen Bundesligaspieler vor, der nicht immer im Rampenlicht steht und trotzdem eine entscheidende Rolle für seine Mannschaft spielt. Ob wir damit tatsächlich Recht behalten, seht ihr samstags ab 15 Uhr in unserer großen Bundesliga-Konferen und konferenz.11freunde.de.

»Für mich war es die Chance, meinen Kritikern zu zeigen, dass ich nicht nur wegen Jürgen Klopp bei Borussia Dortmund spiele«, sagte Marcel Schmelzer im Wintertrainingslager von Borussia Dortmund in der sengenden Hitze von Dubai.

Gut sah er da aus, etwas schmal im Gesicht, aber kerngesund. Für Schmelzer ein echter Fortschritt und ein prägendes Merkmal seitdem Thomas Tuchel das Trainerruder übernommen hatte.

Bircher-Müsli und Wasser

Klar, die Gesichtsform von Marcel Schmelzer war in den ersten Tagen der Bundesligasaison 2015/16 in aller Munde. Sah der Linksverteidiger doch aus, als habe er die letzten Monate zusammen mit seinem – ebenfalls ausgedünnten – Trainer Tuchel im Sabbatical verbracht. Irgendwo in den Bergen, wo das Essen noch gejagt werden will. Dabei würde es in Dortmund kulinarisch weiterhin alles geben, erklärte Schmelzer: Bircher-Müsli, Rindfleisch, Reis und Gemüse. Nur auf weißes Mehl und Zucker verzichte er. Und nur noch Wasser – Sojamilch sei eh nicht so sein Fall.

Aber schieben wir das Essen beiseite, denn sein Körpergewicht ist nicht entscheidend, sondern wohl nur Mittel zum Zweck. Unter Tuchel spielt Schmelzer einen offensiveren Part als noch unter Klopp. Das steht ihm. Gegen Gladbach und Ingolstadt, in den ersten beiden Spielen der neuen Saison als der BVB sowieso einen Wahnsinnsfußball spielte, rannte und ackerte Schmelzer die Linie rauf und runter. Setzte auch offensive Akzente.

Im Westfalenstadion wunderten sie sich. Das hatten sie auf der linken Außenbahn schon lange nicht mehr gesehen.

Ein durchschnittlicher D-Jugendspieler

Dabei war der Magdeburger in seiner Jugendzeit hauptsächlich als Außenstürmer aufgetreten. Spielte dabei so stark, dass sich sein ehemaliger Trainer zum Lob überwand: »Marcel war wie alle Jungs ein durchschnittlicher D-Jugend Spieler. Was ihn auszeichnete, war seine große Portion Ehrgeiz.«

Immerhin das reichte für eine passable Laufzeit beim 1. FC Magdeburg, ehe er über die Jugend- und Reservemannschaften des BVB in die Bundesliga kam. Im ersten Bundesligaspiel von Jürgen Klopp wurde er 2008 für Dedé eingewechselt und spielte fortan auf der linken Seite. Wie viele Nummern könnten schwarz-gelbe Fußstapfen eigentlich zu groß sein?

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