Warum ManCity gegen Tottenham so toll war (oder auch nicht)

Wischmopp in der Hand

Eine Liga für die Besten der Welt? Bisher war unser Autor skeptisch, aber nach dem 4:3 zwischen ManCity und Tottenham wäre er Fan dieser Super League. Auch, weil dann endlich mal dauerhaft der Boden sauber wäre.

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Was muss das bitter gewesen sein für jene Fußballenthusiasten, die um 21.15 Uhr den Fernseher einschalteten. Vielleicht waren sie spät dran. Weil sie gerade erst von der Arbeit kamen, ihre Kinder ins Bett gebracht oder den Abwasch erledigt haben. Die Enttäuschung dürfte allerorts gleich groß gewesen sein, unter jenen, die sich auf das Rückspiel zwischen Manchester City und Tottenham Hotspur freuten. Denn um 21.15 Uhr, und also 15 Minuten nach Anpfiff stand es bereits 2:2.

Top-Top-Top Fußball

Auf dem Rasen trafen zwei Mannschaften aufeinander, die sich in jeder Situation überboten. Wer war schneller, kräftiger, kniffliger? Fragen, deren Antworten sich alle Augenblicke wieder veränderten. Erst traf City, dann Tottenhams Heung-Min Son gleich zweimal, wieder City, weil Bernardo Silva völlig freistand. Dann setzte Raheem Sterling einen drauf - 3:2 zur Pause und Manchester wäre zu diesem Zeitpunkt trotzdem ausgeschieden.

Dieses Champions-League-Viertelfinale wurde zu einer festen, sich nicht voneinander unterscheidenden, aber ganz wunderbaren Masse. Was auch daran lag, dass sich die Trikotsbeider Teams in ihrer Farbgebung etwas zu ähnlich sahen. Daran, dass man sich bei den Spielertransfers im internationalen Fußball sowieso nicht mehr sicher ist, wer gerade zu wem gewechselt war und nun auf welcher Seite steht. Und weil diese zwei Mannschaften gestern Abend einen sehr ähnlichen Stil pflegten: Top-Top-Top Fußball (und mehrere, kleine Defensivfehler).

Zirkus Weltfußball

Nach der Pause traf Sergio Agüero zum 4:2, was für Manchester City und Jahrhunderttrainer Pep Guardiola zum Weiterkommen gereicht hätte. Und als ich das Tor in der Wiederholung sah, erwischte ich mich dabei, wie ich meinen Wischmopp in der Hand hielt. Der Abwasch war ja längst getan. Und während neben mir auf dem Fernseher der Zirkus Weltfussball auftrat, wischte ich die Wohnung. Denn welcher Teil dieser wunderbaren Masse gewinnen würde, irgendwie war es mir egal.