Warum Maik Franz mit dem 1. FC Magdeburg aufsteigen will

Wie der FCM sich wieder nach oben gearbeitet hat

In seinem Büro direkt am Stadion hängen zwei große Bilder an der Wand. Es sind Bilder, wie sie wahrscheinlich in vielen Büros von Fußballfunktionären hängen, den Magdeburger Spirit veranschaulichen sie aber treffend: Spieler, die zusammen jubeln. Fans, die eng beieinander stehen und ihre Schals hochhalten. Magdeburg, der einzige Europapokalsieger, den die DDR hervorgebracht hat, steht und stand immer zusammen. So geht die Geschichte. Und sie wartet auf das nächste Kapitel.

»Die Fans lechzen nach Erfolg, die Vorfreude ist groß. Jeder weiß: Wir können das packen«, sagt Maik Franz. Er kennt die Historie des Klubs natürlich, vom Triumph über den AC Mailand 1974 bis zum Niedergang nach der Wende. »Wir hatten lange Jahre keine guten Zeiten, waren in der Unterklassigkeit verschollen, steckten im Abstiegskampf der Regionalliga.«

»Die Stadt ist besser als ihr Ruf«

Man hat sich wieder nach oben geackert, ehrlich gearbeitet. Franz, von 1998 bis 2001 Spieler beim FCM, zählt auf, was sich alles verändert hat. Stadion, Laufhalle, Jugendzentrum, drei Kunstrasenplätze, ein Internat mit zwölf Zimmern, »das ist alles neu seit der Jahrtausendwende«. Stück für Stück habe sich der FCM weiterentwickelt.

Dasselbe gilt für die Stadt, die einer einzigen Großbaustelle gleicht. Überall wird gebaut: Ob am Bahnhof oder an den Elbbrücken. »Die Stadt lebt, sie ist besser als ihr Ruf«, sagt Franz. Wieder zählt er auf: »Domplatz, Stadion, Elbe, viel Grün. Magdeburg ist auch Studentenstadt. Man spürt: Es entwickelt sich hier überall etwas, das kann man vielleicht auch auf den Verein projizieren.« Dass die städtischen Projekte erfolgreich fortgeführt werden, bezweifelt niemand; aber kann auch der FCM neue Maßstäbe setzen?

64 Punkte - und trotzdem wird es knapp

»Infrastruktur, Manpower, es geht um eine weitere Professionalisierung, darum, Strukturen zu verfestigen«, sagt Franz. Es geht um hauptamtliche Trainer im Jugendbereich, um einen Personalausbau auf der Geschäftsstelle. Derzeit arbeiten dort zwölf Mitarbeiter - nur in Liga Zwei könnte man expandieren.

Man kennt die Situation an der Elbe. Im ersten Jahr nach dem Aufstieg in die Dritte Liga schoss der FCM direkt auf Platz vier, holte 56 Punkte. Das war die Saison 2015/2016, in der letzten Runde landete der Klub erneut auf Platz vier, 61 Punkte, nur zwei weniger als der Dritte Regensburg. Jetzt hat die Mannschaft von Trainer Jens Härtel schon 64 Punkte geholt, und trotzdem wird es knapp.